Aus- und Weiterbildungsstätten der ÖBB vor Baubeginn. Auf dem Gelände der Technische Services St. Pölten wollen die ÖBB künftig Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten bündeln.

Von APA Red. Erstellt am 12. April 2019 (12:20)
ÖBB ZOOMVP-FP Bildungscampus

Entstehen sollen ein Bildungscampus und ein Lehrlingsheim, beide Projekte stehen kurz vor dem Baubeginn, betonte Silvia Angelo, Vorstandsdirektorin der ÖBB-Infrastruktur AG, am Freitag. In die Vorhaben werden seitens des Unternehmens 80 Millionen Euro investiert.

"Wir haben nicht nur 180 Jahre Geschichte, sondern auch mindestens so viel Zukunft noch vor uns", betonte Angelo im Rahmen einer Pressekonferenz in St. Pölten. Weil viele Beschäftigte in den kommenden Jahren die Pension antreten würden, "brauchen wir 10.000 neue Mitarbeiter" - einen großen Teil davon in technischen Bereichen, die spezifisches Know-how voraussetzen. Deshalb sollen im neuen Bildungscampus in der Landeshauptstadt sogenannte Spezialberufe wie Fahrdienstleiter, Verschieber, Triebfahrzeugführer sowie Signaltechniker im Fokus der Ausbildung stehen.

ÖBB, Christian Zenger

Nach Fertigstellung soll der Campus 30 Seminarräume, Lehrstellwerke sowie Modell- und Simulationsanlagen beherbergen und rund 600 Kursteilnehmern Platz bieten. Im Außenbereich sollen eine Gleisbau- und Lehrmodellhalle und ein Freibereich für das Verschubtraining zur Verfügung stehen. Die Vorarbeiten für die Errichtung des Bildungscampus starten im Mai, der Baubeginn ist für Oktober geplant. Ende 2021 soll der Campus nach Unternehmensangaben fertig sein und danach die bisherigen Ausbildungszentren St. Pölten-Wörth und Wien-Kundratstraße ersetzen.

Bereits ab Juni errichtet wird ein Lehrlingsheim, das auf drei Etagen in Summe 72 Betten bieten soll. Das bestehende Gebäude, das ab der Fertigstellung der neuen Unterkunft im Juni 2020 ausgedient haben soll, ist Angelo zufolge "in die Jahre gekommen". "Wir gehen es an, machen eine Stätte, wo man sich von anstrengendem Tag erholen kann", sagte die Vorstandsdirektorin der ÖBB-Infrastruktur AG.

Matthias Stadler (SPÖ), Bürgermeister der Landeshauptstadt, sieht in den Investitionen der ÖBB eine Aufwertung St. Pöltens "als größter Bildungsstandort Niederösterreich". Speziell der Bildungscampus sei ein "ganz wichtiger Mosaikstein, um sich noch einmal besser positionieren zu können".