Den Freund für 390 Euro verraten. Nach Tipp raubten vier Burschen einen 14-Jährigen aus. Zwei müssen ins Gefängnis.

Von Birgit Kindler. Erstellt am 15. Mai 2019 (03:15)
APA (Symbolbild/dpa)
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In Handschellen werden zwei junge Männer in den Schwurgerichtssaal gebracht. Wären sie nicht umringt von Justizwachebeamten, könnte man glauben, sie könnten kein Wässerchen trüben. Zwei weitere Jugendliche sind mitangeklagt – sie kommen allerdings ohne Handschellen zum Prozess am Landesgericht.

Zwischen 16 und 21 Jahre alt sind die drei Tschetschenen und der Österreicher mit tschetschenischen Wurzeln. Was ihnen vorgeworfen wird, ist keine Lappalie: Schwerer Raub, Körperverletzung und versuchte Nötigung. Die Angeklagten sollen einen 14-jährigen Burschen in einen dunklen Fußgängerdurchgang gelockt und gedroht haben, ihn zu schlagen, falls er ihnen die eingesteckten 390 Euro und sein Handy nicht gibt. Auch ein Messer soll im Spiel gewesen sein. Von der Summe wussten die Täter, weil das Opfer einem der Angeklagten zuvor erzählt hatte, wie viel Geld er mit sich trage. Der falsche Freund verriet den Burschen bei seinen Kumpels. Gemeinsam dürften sie einen Plan ausgeheckt haben.

„Bleiben Sie bei der Wahrheit, Sie wissen ja, wie es vor Gericht läuft“, gibt Richter Markus Grünberger den Angeklagten mit. Zwei kommen schließlich mit bedingten Strafen davon, sechs beziehungsweise fünf Monate verhängt der Richter. Härter trifft es die anderen. Ein einschlägig Vorbestrafter muss für zwei Jahre hinter Gitter. Insgesamt zwei Jahre Haft, davon acht Monate unbedingt, setzt es auch für den Vierten im Bunde.