Deponie-Anrainer starten Initiative

Von Gestank Geplagte hoffen, als Gruppe besser gehört zu werden. Sie wollen auch Unterschriften sammeln.

Erstellt am 06. Oktober 2021 | 05:12
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Jürgen Komma kämpft mittlerweile seit einigen Monaten gegen die Geruchsbelästigung bei der Deponie. Nun gründet er eine Gruppe und vereint Anrainer hinter sich.
Foto: privat

Montagabend trafen einander erstmals Anrainer, die in der Nähe der Deponie hinter dem Stadtwald wohnen. Ihnen ist der immer wieder aufkeimende Gestank dermaßen zuwider, dass sie sich nun formieren und gegen die Geruchsbelästigung vorgehen.

„Es stinkt so viel wie noch nie zuvor. Mir kommt vor, es wird immer ärger“, erklärt Anrainer Jürgen Komma. Alle Beschwerden seien bisher ohne Erfolg geblieben. Auch eine Anfrage eines beauftragten Umweltanwalts an das Land blieb ohne Beantwortung. Die in Aussicht gestellte Halle bei der Deponie ist für Komma wenig Trost. „Wer weiß, ob die überhaupt hilft“, ist er bereits verzweifelt. Die einzige Chance sieht er darin, die Anrainer zu vereinen, um gemeinsam gegen das Problem vorzugehen. „Ich habe als Einzelperson keine Parteienstellung und kann daher nur wenig machen“, so Komma. Sein Ziel ist die Gründung einer Gruppe, ob Verein oder Initiative ist noch nicht gewiss. Gestanksereignisse sollen dokumentiert und Unterschriften gesammelt werden.

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Baubeginn für Halle „nicht abschätzbar“

Die Stadt verweist abermals auf das Land NÖ als zuständige Behörde. Hier hätten Überprüfungen in der Vergangenheit zu keinem Ergebnis geführt. Dennoch hofft man, durch den Bau der Halle den Geruch einzudämmen. „Die Lebensqualität der Anrainer ist uns ein vordringliches Anliegen“, so Bürgermeister Matthias Stadler. Die Umsetzung soll zeitnah erfolgen, aufgrund der Situation in der Baubranche sei ein Baubeginn noch nicht abzuschätzen.

Deponie-Betreiber Johann Zöchling bekennt sich nach wie vor dazu, die Halle inklusive Abluftreinigung zu errichten. Bislang fehle aber die Genehmigung für den nötigen Grundkauf. „Wir biegen hier gerade in die Zielgerade“, verspricht er. Die aktuelle Gestanksentwicklung versucht die Firma mit Abdeckungen zu minimieren.