Die Grippe erwischte 4.500. Grippewelle seit Vorwoche vorbei: Sie war schuld an bis zu 30 Prozent der Krankenstände.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 09. März 2017 (13:17)
NOEN, Shutterstock.com/Voyagerix
Richtig hohes Fieber ist ein Anzeichen für »echte Grippe«. Bettruhe ist aber auch bei grippalen Infekten wichtig. Foto: Shutterstock.com/Voyagerix

Seit der Vorwoche ist sie offiziell vorbei, die Grippewelle. Laut Department für Virologie der Medizinischen Universität Wien dauerte sie von 20. Dezember bis 28. Februar. In Stadt und Bezirk St. Pölten (ohne Region Purkersdorf) kickte sie in dieser Zeit insgesamt an die 4.500 unselbstständig Erwerbstätige vorübergehend aus dem Arbeitsleben.

Früher Start der Grippewelle

„So früh wie in diesem Winter hat die Grippewelle seit Jahrzehnten nicht mehr begonnen“, blickt NÖGKK-Sprecherin Elisabeth Heinz zurück. Der Vorteil ist, dass sie so früh auch schon lange nicht zu Ende war. Die Grippewelle fiel aber so heftig aus, wie seit Jahren nicht mehr. Den Höhepunkt erreichte sie in St. Pölten in den ersten drei Jänner-Wochen, in denen sich die Zahl der grippebedingten Krankenstände auf über 500 hielt.

In diesen Wochen waren fast 30 Prozent aller Krankenstände in Stadt und Bezirk auf „Grippe“ zurückzuführen, wobei die NÖGKK bei lokalen Zahlen nicht zwischen der echten Influenza und grippalen Infekten unterscheidet. Landesweite Zahlen gibt es aber. Daraus lässt sich zumindest eine unterschiedliche durchschnittliche Krankenstandsdauer herauslesen. Bei der echten Grippe lag sie in diesem Winter bei 7,4 Tagen, bei einem grippalen Infekt immerhin auch bei 5,6 Tagen.

Entwarnung erst im Februar

Erstmals unter die 20-Prozent-Marke fiel der Anteil der Grippekranken erst Mitte Februar. Erst seit zwei Wochen liegt die Zahl der Krankenstände erstmals unter dem Niveau des vorjährigen Winters.

Über die Gründe, warum die Grippewelle in diesem Jahr so bald ihren Lauf nahm und derart heftig ausfiel, gibt es noch keine Klarheit. Heinz sieht viele verschiedene Gründe, unter anderem das lang anhaltende kalte Wetter, die Art des Grippevirus, die saisonal bedingten häufigen Menschenansammlungen, Reisetätigkeit und den allgemeinen Immunstatus der Bevölkerung.

Da nach überstandener Grippewelle immer auch vor der nächsten Grippewelle ist, empfiehlt Heinz erneut, sich im kommenden Winter gegen Grippe impfen zu lassen – vor allem Kindern ab dem siebenten Lebensmonat, Jugendlichen, Über-50-Jährigen und Schwangeren.