Diskussion um Suttner-Uni. Nach Rechnungshofbericht enthielt sich ÖVP bei Förderung. SPÖ glaubt an Erfolg.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 06. Mai 2021 (04:06)
Bertha von Suttner Privatuniversität
Andrea Reischer

Glaubt an mehr Studierende in Zukunft: Uni-Geschäftsführerin Silvia Weigl
Simone Frittum, Simone Frittum

Ein Gesellschafterdarlehen über 600.000 Euro für die Bertha von Suttner Uni sollte der Gemeinderat beschließen. Bei der Abstimmung gingen alle Hände der Gemeindemandatare nach oben. Nur die ÖVP-Fraktion enthielt sich. Grund dafür ist auch der zuletzt veröffentlichte Rechnungshofbericht.

Die Stadt St. Pölten ist an der Suttner Privatuniversität GmbH indirekt beteiligt. Der Rechnungshof kritisiert, dass St. Pölten aus ihren privatrechtlichen Beteiligungen einen Abgang von 36 Millionen Euro in den Jahren von 2015 bis 2018 zu verzeichnen hatte. „Aus Sicht der ÖVP ist es nicht zu verantworten, dass ein derart ungesichertes weiteres Darlehen in dieser Höhe an ein privatrechtlich geführtes Unternehmen gewährt wird“, erklärt Gemeinderätin Susanne Binder-Novak auf NÖN-Anfrage. Sie fordert mit ihrer Fraktion eine umfassende Prüfung durch den Stadtrechnungshof. Seit 2017 würden bereits erhebliche Zuschüsse erfolgen. „Umgekehrt ist auch die Finanzlage St. Pöltens nach den Ausführungen des Rechnungshofes äußerst angespannt“, so Binder-Novak.

Enthielt sich bei Abstimmung mit ÖVP-Fraktion: Susanne Binder-Novak
ÖVP, ÖVP

Bürgermeister Matthias Stadler konterte bereits in der Gemeinderatssitzung, dass es einige Jahre dauere, bis sich solch ein Projekt lohnt. „Ich bin, wie damals bei der FH, guter Dinge“, so Stadler. Guter Dinge ist auch Bertha von Suttner Uni-Geschäftsführerin Silvia Weigl: „In kurzer Zeit ist die Zahl der Studierenden auf über 100 gestiegen und wird sich im Wintersemester 2021 nochmals deutlich erhöhen.“ In der Aufbauphase der Privatuni sei die Stadt eine wichtige Unterstützung.

Die SPÖ sehe, so Stadler, gerade in Zeiten der Coronakrise die Wichtigkeit der Studiengänge der Universität, die sich mit den Ausbildungsschwerpunkten Psychotherapie, Soziale Arbeit und Organisationsentwicklung befassen.