Domplatz: Finale bis zum November. Bei „Tatort Geschichte“ blickten Interessierte noch einmal auf Grabung. Zum Abschluss gibt es Einblicke bei Info-Tag.

Von Corina Berger. Erstellt am 11. September 2019 (04:35)
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Nicole Sommer (links) begleitete die Besucher beim Rundgang durch die Grabungsfläche und und zeigte die kürzlich gemachten Funde.

„Insgesamt 22.000 Skelette wurden im Zuge der Grabungen freigelegt“, informierte Nicole Sommer vom Stadtmuseum beim wohl letzten „Tatort Geschichte“ auf dem Domplatz. Im November sollen nun die Arbeiten am größten ergrabenen Friedhof der Welt laut Sommer abgeschlossen sein. Beim Themenspaziergang gewährte sie gemeinsam mit Stefan Fuchs noch einmal einzigartige Einblicke in die Grabungen. Jüngstes Highlight ist beispielsweise der kürzlich gemachte Fund eines Skeletts mit drei Pilgermuscheln. Dies konnte so erst zum zweiten Mal entdeckt werden.

Vom zweiten Jahrhundert an finden sich Zeugnisse aus der Vergangenheit unter dem Platz. Einst lagen hier Teile der Römerstadt Aelium Cetium, Jahrhunderte später entstand das Kloster mit dem Friedhof. Seit mittlerweile neun Jahren graben hier die Archäologen. Sie förderten hier ein römisches Badehaus und viele wichtige Erkenntnisse von den Toten des Mittelalters zutage. 1.900 Jahre Geschichte gilt es aufzuarbeiten, bevor der Platz nach der endgültigen Festlegung der Politik neu gestaltet wird.

1.900 Jahren Geschichte an einem Samstag

Eine letzte Gelegenheit, die aktuelle Grabungsfläche bei Kurzführungen zu betrachten, und gleichzeitig alles über 1.900 Jahre Geschichte am Domplatz zu erfahren, gibt es bei einem Info-Tag am Samstag, 28. September. Dann steht das archäologische Team von 9 bis 17 Uhr an unterschiedlichen Stationen bereit, die vom richtigen Messen bis hin zur Dokumentation der Funde reichen. Außerdem sind römische Soldaten zu Besuch und es gibt Einblicke ins Leben in der Spätantike.