„Ein Aufwärtstrend“. Finanzminister Hans Jörg Schellings Verbindung zur Stadtpolitik und seine Einschätzung der Landeshauptstadtentwicklung.

Von Martin Gebhart. Erstellt am 08. September 2014 (07:10)
Hans Jörg Schelling (M.) wurde nur Stunden nach seiner Angelobung als Finanzminister im Café Schubert von einer St. Pöltner Runde begrüßt. Mit dabei: Ferdinand Kopatz, Rainer Hoeberth, Ulli Nesslinger, Peter Krammer, Uschi Schelling und Friedl Nesslinger (v. r.).
NOEN, Foto: VP St. Pölten
Der neue ÖVP-Finanzminister Hans Jörg Schelling hat es einfach, wenn er mit Landeshauptmann Erwin Pröll etwas besprechen will. Als St. Pöltner ist relativ kurzfristig ein Treffen in der Landeshauptstadt möglich. Als St. Pöltner absolvierte er am vergangenen Freitag auch seinen ersten Antrittsbesuch bei einem Landeshauptmann im Landhaus (siehe NÖN Landeszeitung, Seite 6).

Dort deponierte er auch, dass für ihn St. Pölten nun Heimat bedeutet, auch wenn er in Vorarlberg aufgewachsen ist. Seit 1981 lebt er in der NÖ-Landeshauptstadt. Er ist noch immer im Stadtparteivorstand der ÖVP, auch wenn er zuletzt zu keinen Sitzungen gekommen ist. Informationen über die Stadtpolitik erhielt der ehemalige ÖVP-Stadtrat zuletzt von VP-Vizebürgermeister Matthias Adl oder von Bernhard Wurzer, den er aus der Stadtpolitik in den Hauptverband der Sozialversicherungsträger geholt hatte.

„Insgesamt ist in der Landeshauptstadt ein Aufwärtstrend zu bemerken.“ ÖVP-Finanzminister Hans Jörg Schelling über die Entwicklung von St. Pölten

Guten Kontakt pflegt er auch mit SPÖ-Bürgermeister Matthias Stadler. Schelling: „Ich kenne den Herrn Bürgermeister sehr gut, ich war erst vor kurzem mit ihm essen.“ Involviert in die Stadtpolitik ist er aber nur noch „als einfacher Bürger“.

Als dieser beurteilt der nunmehrige Finanzminister der ÖVP die Entwicklung der Landeshauptstadt gegenüber der NÖN so: „Ich glaube schon, dass es in den vergangenen Jahren gelungen ist, einiges zu bewegen. Es hat ja lange Zeit danach ausgesehen, dass wir den Bonus der Landeshauptstadt nicht optimal nutzen können. Zwischenzeitlich bewegt sich etwas.“ Zu sehen sei das unter anderem an der Bevölkerungsentwicklung und an den Betriebsansiedelungen. Schelling: „Natürlich tut sich eine Landeshauptstadt in der Nähe von Wien in vielen Fragen etwas schwerer. Insgesamt ist aber ein Aufwärtstrend zu bemerken.“

Gute Gesprächsbasis mit Bürgermeister Stadler

Dass er in der Stadtpolitik als VP-Stadtrat gewirkt hatte, dürfte ihm jetzt in seinem neuen Job als Finanzminister zugute kommen. So musste er damals die Erfahrung machen, dass ein Jahr lang alle seine Dringlichkeitsanträge von der absoluten SPÖ-Mehrheit unter Bürgermeister Willi Gruber abgelehnt wurden – weil er sie als ÖVP-Mann stellte, wie ihm später ein ehemaliger hoher SPÖ-Stadtfunktionär erklärte. Als Finanzminister hat er sich nun vorgenommen, auf keinen Fall so zu handeln und die Ideen von allen Seiten aufzunehmen. Auch von der Opposition.

Die gute Gesprächsbasis mit Bürgermeister Matthias Stadler wird bei den Verhandlungen zum neuen Finanzausgleich wichtig sein, wo Stadler den Städtebund vertreten könnte. Dieser hofft, dass mit Schelling neue „leistungsgerechte“ Ansätze gefunden werden. Für Schelling ist wichtig, dass das Gesamtpaket letztendlich stimmt.