Ein Vorzeige-Bau der Nachhaltigkeit. Mit dem „Haus des Lernens“ hat der Verein GESA das derzeit größte strohgedämmte Holz-Gebäude in Österreich errichtet.

Von Mario Kern. Erstellt am 29. November 2018 (15:43)
Mario Kern
Stolz auf das „Haus des Lernens“ ist das GESA-Leitungsteam mit Johann Lechner, Waltraud Fasching, Brigitte Neymayer und Matthias Zuser.

Das „Haus des Lernens“ für das Beschäftigungsprojekt GESA ist ein Vorzeige-Haus in Sachen Nachhaltigkeit geworden: 90 Prozent des Gebäudes bestehen aus regenerativem Baumaterial wie Holz, Stroh und Lehm. „In Österreich gibt es kein größeres Holz-Haus, das mit Stroh gedämmt ist“, zeigen sich GESA-Geschäftsführer Johann Lechner und Matthias Zuser stolz.

Das dreistöckige Gebäude hat die GESA um 2,36 Millionen Euro errichten lassen. Sogar bei der Herkunft der Materialien haben Lechner und Zuser im Sinne der Nachhaltigkeit gehandelt: Die 50 Tonnen Lehm kommen aus Winzing bei Obritzberg. Zumindest aus Niederösterreich kommen die 2.000 Strohballen und ein Großteil der 450 Kubikmeter Holz. Einen Teil der Arbeiten haben 40 GESA-Teilnehmer selbst erledigt: Die langzeitarbeitslosen Personen haben nicht nur an „ihrem“ Haus mitgearbeitet, sondern im Rahmen von „Fit im Handwerk“ gleich eine Qualifizierung erhalten. Für die Strohdämmung mussten die Beteiligten erfinderisch sein: „Dafür gibt es keine Profis, da mussten wir selbst unsere Techniken entwickeln“, erläutert Matthias Zuser.

Für ihren Bau hat das GESA-Team Passivhaus-Standard erreicht und ein Klima-Aktiv-Zertifikat bekommen. Die mehr als halbjährige Verzögerung bei der Errichtung des „Haus des Lernens“ führen Lechner und Zuser unter anderem auf die Witterung, die besondere Behandlung der 50 Tonnen Lehm und einen Granatenfund zurück.

GESA feiert heuer 25-jähriges Jubiläum

Mit dem Neubau feiern Lechner und Zuser auch das 25-jährige Bestehen von GESA, das seit 2001 als eigene Firma agiert. „Damit ist es eines der ältesten Sozial-Projekte in Niederösterreich“, erklärt Lechner. Der GESA-Gründer wird planmäßig mit 1. Jänner in Pension gehen, seine Agenden übernimmt der designierte Geschäftsführer Matthias Zuser.