Endspurt im Schuljahr: Schulschluss mal anders. Covid-19 verhindert die Feier im St. Pöltner Sparkassenpark und verkürzt einigen Kindern die Sommerferien.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 01. Juli 2020 (04:12)
Bilder wie dieses wird es heuer nicht geben: Die inoffizielle Party im Sparkassenpark fällt Corona-Maßnahmen zum Opfer.
: Lisa Röhrer

Bald ist es geschafft! Die Sommerferien nähern sich in großen Schritten. Erstmals seit Jahren können sich Jugendliche nach der Zeugnisvergabe allerdings nicht im Sparkassenpark treffen. Wegen Covid-19 setzt der Eigentümer des Parks, die Privatstiftung Sparkasse Niederösterreich, einen drastischen Schritt: „Wir haben wir uns dazu entschlossen, den Park zum Schulschluss heuer abzusperren. Wir wollen nicht riskieren, dass wegen der Feierlichkeiten die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können“, erklärt Sparkassen-Sprecher Florian Haiderer.

Eis essen und dabei beraten: Nordrand-Leiterin Julia Zauchinger und Mitarbeiter Bastian Kreitner stimmen sich auf den Sommer ein. : Nordrand
Caroline Böhm

Die Polizei und Sparkassen-Mitarbeiter werden kontrollieren, dass niemand über den Zaun klettert. Streetworker werden an den Eingängen stehen und Alternativen anbieten. „Wir gehen davon aus, dass auch dieses Jahr zum Schulschluss viele Schüler im Stadtbild zu sehen sind“, erzählt Nordrand-Leiterin Julia Zauchinger. Größere Feiern gehen allerdings nicht: Die Polizei hat angekündigt, festähnliche Ansammlungen zu unterbinden. „Unsere mobilen Teams werden im Zentrum und an Plätzen, wo Jugendliche und junge Erwachsene anzutreffen sind, unterwegs sein.“ Zauchinger rechnet damit, dass sie und ihre Mitarbeiter von früh bis spät im Einsatz sein werden.

Auch im „Corona-Sommer“ will das Nordrand-Team ein offenes Ohr haben für Sorgen. Neben schulischen und beruflichen Themen zum Ende des Schuljahres beschäftigt Jugendliche besonders die Pandemie und deren Auswirkungen. „Klar sind viele junge Menschen verunsichert, was ihre Chancen betrifft. Wir begleiten sie beim Anpacken und versorgen sie mit etwas Normalität“, versichert Zauchinger. Minigolf, Bogenschießen oder Klettern im Hochseilgarten – das Sommerprogramm von Nordrand soll Ablenkung und Gelegenheiten zum Sprechen schaffen. „Wir nutzen jedes erdenkliche Setting. Auch wenn es für Außenstehende nur nach Tratschen aussehen mag, da geht oft viel weiter“, so Zauchinger.

Freiwilliges Pauken bei Deutsch-Problemen

Für einige Schüler enden die diesjährigen Sommerferien allerdings schon zwei Wochen früher: Im Zuge der Sommerschule drücken sie bereits von 24. August bis 4. September wieder die Schulbank. Gedacht ist der Extra-Unterricht für Kinder aus der Volksschule und Sekundarstufe 1 (Neue Mittelschule und AHS Unterstufe), die Förderbedarf in Deutsch haben. Auf diesem Weg sollen Auswirkungen der Coronakrise im Bildungswesen abgefedert werden. Die Teilnahme an der Sommerschule ist freiwillig und kostenlos. In Niederösterreich haben sich rund 3.290 Schüler angemeldet, fast 60 Prozent der angesprochenen Zielgruppe. Zahlen für St. Pölten gibt es noch nicht.

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