Erst Räder repariert, dann gestohlen. Ein 42-Jähriger stahl in St. Pölten über 30 Fahrräder. Wegen Diebstahl und Hehlerei geht er jetzt ins Gefängnis.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 20. Juli 2021 (18:03)
440_0008_8129161_stp29raddieb_tw.jpg
NÖN, NÖN

Von Fahrradständern vor Wohnungen, Wettbüros, Einkaufszentren und auch aus einer versperrten Tiefgarage – über dreißig Mal griff ein 42-Jähriger Ende 2019 in St. Pölten zu und nahm Fahrräder mit, die ihm nicht gehörten. Mindestens vier Mal soll er dabei nicht allein gewesen sein, sondern mit einem zweiten Mann zusammengearbeitet und Schlösser aufgebrochen haben.

Bei den Ermittlungen zu den Einbruchsdiebstählen fand die Polizei Bilder der gestohlenen Räder auf dem Mobiltelefon des 42-Jährigen. Teilweise konnten die Fahrräder von der Polizei sichergestellt werden, andere hatte der Mann bereits verkauft.

„Es tut mir sehr leid“, sagt der mazedonische Staatsbürger, der sich vor Gericht geständig zeigt. Als er seinen Asylantrag in Österreich stellte, habe er sechs Euro pro Tag verdient und nebenbei Fahrräder repariert, um sein Einkommen aufzubessern. Gereicht habe das nicht, daher habe er gestohlen. Der Mann hat keine Vorstrafen. Seit Juni hilft er freiwillig in einem Sozialmarkt, ab Herbst wird er einer Arbeit nachgehen und den Fahrradbesitzern Schadenersatz von insgesamt über 10.000 Euro in Raten zahlen. Das Urteil: 15 Monate Haft, davon muss er fünf ins Gefängnis.