Ex-Direktor stürzt bei Motorrad-Tour im Himalaya. Traumreise endete für Johann Wiedlack und Gattin in indischem Spital. Bei Unfall zogen sie sich schwere Verletzungen zu.

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 14. August 2019 (13:50)
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Einige Wochen nach dem Unfall ist der ehemalige HTL-Direktor Johann Wiedlack auf dem Weg der Genesung: „Wenn man nicht genau hinsieht, sieht man gar nicht mehr, dass ich beschädigt bin.“

Mit einer Motorrad-Tour durch das höchste Gebirge der Erde mit Enddestination Taj Mahal wollte sich Johann Wiedlack einen lang ersehnten Traum erfüllen.

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„So waren die typischen Straßenverhältnisse auf der Tour“, erklärt Wiedlack zu diesem Foto, das er ebenfalls vor dem Unfall aufnahm.

Doch die Himalaya-Reise endete für den ehemaligen HTL-Direktor in einem indischen Provinz-Krankenhaus: Nachdem er sechs Tage lang mit seiner Frau Christine über schwierigste Pisten und schmale Bergstraßen gefahren war und sogar den höchsten Pass der Welt problemlos passiert hatte, verletzte sich das Paar bei einem Unfall während einer Bummelfahrt in Leh in der Provinz Ladakh.

„Wir sind im Konvoi durch das Nubra-Tal gefahren, dort gibt es viele sogenannte Blind Curves, man sieht also nicht, was hinter der Biegung ist“, erklärt Wiedlack. Genau so eine Kurve wurde dem Biker-Paar zum Verhängnis: „Plötzlich stand mitten am Weg ein Militär-Fahrzeug. Der Fahrer vor mir hat das zu spät gesehen und ist gestürzt“, berichtet Wiedlack weiter. Der Mitreisende lag vor ihm auf dem Boden. „Um nicht über ihn drüberzufahren, bin ich ausgewichen und dabei auch gestürzt.“

Kein Essen und keine Medikamente im Spital

Der ehemalige HTL-Direktor erlitt Serienrippenbrüche, mehrfache Frakturen des Schlüsselbeins und eine sogenannte Floating Shoulder. Seine Gattin Christine zog sich ebenfalls Verletzungen zu. „Mit der Ambulanz sind wir dann in ein Provinz-Spital gebracht worden. Das war ein kleines Krankenhaus, extrem unterversorgt, das kann man sich gar nicht vorstellen“, erzählt Wiedlack.

privat
Das Bild, das Johann Wiedlack der NÖN sendete, zeigt ihn mit seiner Gattin wenige Tage vor dem Unfall. Das Paar machte eine Rast auf dem„Dach der Welt“.

Mit dem Gewand, das sie beim Sturz trugen, wurden die beiden in das Krankenbett gelegt – ein altes Stahlrohrbett mit durchgelegener Matratze. „Essen gab es keines, auch Medikamente bekam man nicht. Die musste man sich selbst aus der Krankenhaus-Apotheke holen“, ist Wiedlack erschüttert über die Zustände. Glück hatte das Paar aber mit dem Personal. „Die Ärzte waren super ausgebildet und sprachen auch perfekt Englisch“, meint Wiedlack. Dankbar ist er auch der Agentur, die die Reise organisierte.

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Beeindruckt zeigt sich JohannWiedlack von der traumhaften Landschaft rund um Leh, die Hauptstadt der Provinz Ladakh in Indien.

„Die haben zwei Guides abgestellt, die uns Medikamente und Essen geholt haben.“ Nach einigen Tagen ging es für die Verunfallten mit einem kleinen Flugzeug in ein Privatspital in Neu Dehli. In der Hauptstadt wurde das Paar operiert. „Dort hat alles gepasst, das war europäischer Standard. Es gab Essen im Überfluss, auch wenn es etwas fad war“, zeigt Wiedlack schon wieder Humor. Mittlerweile sind die beiden zurück in der Heimat.

„Ich fahre wieder, das ist keine Frage“

„Mir tut es leid, dass wir die Tour nicht zu Ende machen konnten, unsere Mitreisenden haben uns über Whatsapp beeindruckende Bilder geschickt“, ist Wiedlack neidisch. Das Paar hat sich von den Verletzungen einigermaßen erholt. Und es ist auch nur mehr eine Frage der Zeit, bis Wiedlack seine Motorräder wieder startet: „Ich fahre wieder, das ist keine Frage.“