Fördermodell soll Ärzte anlocken. Kinderärzte werden vor allem in St. Pölten dringend gesucht. Schmackhaft soll das den Medizinern mit einem Modell wie bei Primärversorgungseinheiten gemacht werden.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 26. November 2020 (13:50)
AK NÖ/Archivbild

Drei Kassenstellen für Kinderärzte hat St. Pölten, davon ist allerdings nur eine besetzt. Seit Jahren bemüht sich die Landeshauptstadt Kinderärzte mit verschiedenen Angeboten anzulocken. Bisher ohne Erfolg. Das soll sich nun ändern. Eine Möglichkeit sieht Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig darin, ein Fördermodell für Kinderärzte, wie bei den Primärversorgungseinheiten zu schaffen.

Dort ist es möglich über geteilte Aufgaben eine verbesserte „Work-Life-Balance“ für Ärzte zu erreichen. „Obwohl man sich über Parteigrenzen hinweg um eine Kinderarztlösung für St. Pölten bemüht, lässt diese weiter auf sich warten. Wir brauchen deshalb den großen Wurf, der auch unkonventionelle Lösungen ermöglicht“, fordert Königsberger-Ludwig.

Seinen Willen zur Zusammenarbeit bekräftigt in diesen Belangen auch AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Er wiederholte sein Angebot, Räumlichkeiten für ein Kinder- und Jugendheilkundezentrum in der Zentrale der Arbeiterkammer NÖ zur Verfügung zu stellen.

Doch nicht nur bei der Kinderheilkunde mangelt es derzeit an Ärzten. In den nächsten zehn Jahren wird jeder zweite Hausarzt in Österreich in Pension gehen. Schon jetzt ist die Situation drastisch, denn in einigen Gemeinden können die Kassenstellen für Hausärzte nicht mehr besetzt werden. „Auch in der Landeshauptstadt kämpfen wir mit dem Problem“, erklärt St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler. Die Stadt habe diesbezüglich bereits eine Resolution an den Bund gerichtet. Darin wird verlangt mehr Mediziner auszubilden und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. „Wir fordern von den zuständigen Instanzen die Besetzung von fünf offenen Stellen“, so Stadler.