Gaseinsatz am Riemerplatz. Farblos, geruchlos und geschmacklos, aber höchst gefährlich: Kohlenstoffmonoxid verteilte sich in Firmengebäude.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 14. Juni 2021 (22:40)
CO Austritt
FF St. Pölten-Stadt

Eigentlich wollte die Stadtfeuerwehr ja wie jeden Montag üben, doch gegen 18 Uhr schrillten die Sirenen: Gasaustritt in der Innenstadt. Sofort rückten die Florianis am Riemerplatz und in die Schreinergasse aus. Hier soll der Schadstoff in einem Geschäftsgebäude ausströmen.

Die Personen im betroffenen Haus reagierten richtig: Via Gasnotruf verständigen sie auch die EVN; ein Mitarbeiter war rasch vor Ort und führte Messungen durch. Bald war klar: Kohlenstoffmonoxid (CO) trat aus. „Kohlenstoffmonoxid ist eine chemische Verbindung aus Kohlenstoff und Sauerstoff und zählt damit zur Gruppe der Kohlenstoffoxide. Die besondere Gefahr hierbei besteht darin, dass dieses Atemgift farb-, geruch- und geschmacklos ist und sehr leicht über die Lunge aufgenommen werden kann“,  weiß Feuerwehrsprecher Kevin Luger um die gefährliche Situation.

Neben einer großräumigen Absperrung des Gefahrenbereiches führte die Stadtfeuerwehr weitere Schadstoff-Messungen durch. Dafür benötigte sie den Atemschutz. Es bestätigte sich die hohe CO-Konzentration. Trotz rascher Evakuierung versorgte die Rettung 18 Personen wegen Verdacht auf CO-Vergiftung, zehn davon mussten zur weiteren Behandlung ins Spital.

Von großem Vorteil war, dass das bei der Stadtfeuerwehr stationierte Messdienstfahrzeug vor Ort war. Mit mehreren Überdruckbelüftungsgeräten versorgten  die Feuerwehrmitglieder die Räumlichkeiten mit Frischluft; ein Vertreter der Baubehörde gab dann das Gebäude schließlich wieder frei. 20 Mitglieder der Stadtfeuerwehr standen mit vier Fahrzeugen drei Stunden im Einsatz.

Bei Verdacht auf eine Schadstoffbelastung ist schnelles Handeln wichtig, warnt die Feuerwehr. „Nicht zögern, sofort Feuerwehr- und auch Gasnotruf zu wählen!“, betont Luger.