St. Pölten

Erstellt am 05. Februar 2019, 05:28

von Beate Steiner

Gastronomie setzt auf heimische Produkte. Für heimische Wirte wäre Lebensmittel-Kennzeichnung kein Problem.

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Der Gammelfleisch-Skandal in Polen hat den Konsumenten wieder drastisch vor Augen geführt, dass man als Gast für gesunden Schnitzelgenuss entweder auf seinen Wirt vertrauen oder auf eine Kennzeichnung der Lebensmittel in der Gastronomie hoffen sollte.

Diese fordert jetzt der österreichische Lebensmittelhandel für die Herkunft primär verarbeiteter Lebensmittel wie Fleisch, Eier und Milch. Dort ist das seit Längerem Pflicht. Während seither in heimischen Lebensmittelgeschäften beispielsweise nur noch Eier aus Boden- oder Freilandhaltung gekauft werden, landen in Österreichs Gastronomie, vor allem in Großküchen, jährlich 1,4 Millionen Käfigeier aus Ländern wie der Ukraine. Dies sei dem Esser meist nicht bewusst, macht der Handelsverband Gusto auf transparentere Information der Konsumenten.

Universitätsklinikum St. Pölten setzt auf regionale Produkte

Vorbild sein will auch ohne Kennzeichnung das Universitätsklinikum St. Pölten, das in der Küche hauptsächlich regionale Produkte verarbeitet. „Wir fördern kleine Betriebe aus der Region, die von unseren Verantwortlichen besucht werden“, erklärt Pressesprecherin Ramona Ecker. Über 28 Prozent der verarbeiteten Lebensmittel sind bio.

„Zu unseren Grundsätzen zählt, dass Produkte stets höchsten Frischekriterien mit eindeutig definierten Qualitätsstandards entsprechen und saisonale Produkte immer vorrangig verarbeitet werden“, so Ecker.

Für Wirte-Obmann Leo Graf wäre eine Kennzeichnung kein Problem. „Wir verkochen hauptsächlich regionale Produkte und Saisonware, zum Beispiel Spargel aus St. Pölten. Wenn der ausgeht, kaufe ich anderen aus der Region.“

Auch Caterer Georg Loichtl kann genau sagen, woher Fleisch, Fisch und Gemüse kommen, die in seiner Küche verarbeitet werden. „Saisonal ist unsere Faustregel. Jetzt gibt es halt Rote Rüben und Kraut. Im Sommer kaufen wir unser Gemüse und unsere Kräuter bei einer Bäuerin“, versichert Loichtl, der eine Kennzeichnung grundsätzlich gut fände. „Man muss sich natürlich damit beschäftigen. Bis in die letzte Zutat beschreiben wird aber schwierig.“

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