St. Pölten

Erstellt am 07. März 2018, 14:30

von Lisa Röhrer

Gleichstellung bis heute nicht erreicht. St. Pöltnerinnen machen auf Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern aufmerksam – nicht nur zum Weltfrauentag.

MartinaEigelsreiter: „Bisher konnte die Gleichstellung in keinem Land erreicht werden.“  |  NOEN, privat

Vor genau 100 Jahren erkämpften sich Frauen erstmals das Wahlrecht. Doch viele Ungleichheiten sind seit 1918 nur langsam verschwunden. Bis in die 1970er-Jahre brauchte eine Frau die Zustimmung ihres Ehemannes, um arbeiten oder ein Konto eröffnen zu dürfen. Erst 1975 wurde die Gleichstellung der beiden Geschlechter gesetzlich verankert. „In allen Punkten erreicht wurde sie jedoch bis heute nicht“, sind sich die Frauensprecherinnen der Landeshauptstadt einig. Um darauf aufmerksam zu machen, wird am Donnerstag, 8. März, wieder der Weltfrauentag gefeiert. Auch in St. Pölten wird es dazu eine Reihe von Veranstaltungen geben .

Ihre Forderungen, Anregungen und Probleme bringen die St. Pöltnerinnen aber nicht nur am 8. März zu Gehör. Die Frauenplattform, der Vereine und Vertreterinnen politischer Parteien angehören, ist das ganze Jahr über in Frauenangelegenheiten aktiv.

Viele Hürden müssen noch genommen werden

Denn es müssen noch viele Hürden genommen werden, damit die gesetzlich verankerte in eine im Alltag gelebte Gleichstellung übergeht, meint St. Pöltens Frauenbeauftragte Martina Eigelsreiter: „Erreicht wurde diese bisher in keinem Land der Erde.“ Nach wie vor gebe es etwa Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. „Im Durchschnitt verdienen Frauen 21,7 Prozent weniger als Männer. Außerdem übernehmen sie den weitaus größeren Teil an unbezahlter Arbeit.“

Das stößt auch Christina Veit (VP) sauer auf: „Es ist gut, dass an einem Tag im Jahr gezielt darauf aufmerksam gemacht wird.“

Renate Gamsjäger (SP) weist zudem darauf hin, dass Frauen in vielen Bereichen noch immer unterrepräsentiert sind. „Frauen verdienen die Hälfte der Plätze in Entscheidungsfunktionen der Politik und Wirtschaft. Um das zu garantieren, braucht es gesetzliche Maßnahmen wie Quoten.“