St. Pölten

Erstellt am 09. März 2018, 05:05

von Claudia Stöcklöcker

Haft für Bahnhofsraub. Emsig arbeiteten sich drei Burschen durch das Strafbuch. Für Überfälle, Betrug und Diebstahl wurde Rechnung präsentiert.

 |  NOEN, Mario Kern

„Ich habe 50 Euro verlangt, ich wollte das Geld aber nicht mit Gewalt wegnehmen und ich habe nicht gesehen, dass sie Angst gehabt haben“, sagt eine 20-Jähriger mit Migrationshintergrund vor einem Schöffensenat in einem Prozess am Landesgericht.

Beim Bahnhof in St. Pölten raubte er vor rund einem Jahr gemeinsam mit zwei Mitangeklagten, 18 und 20 Jahre alt, ein Pärchen aus. „Dabei wurde ein Messer gezogen. Die Opfer waren so eingeschüchtert, dass sie das Geld sofort hergegeben haben“, sagt der Staatsanwalt.

Mit dem Umbringen wurde nach der Tat gedroht, um die Opfer davon abzuhalten, die Polizei zu verständigen.

Mit der Beute kaufte sich das Trio Marihuana und Zigaretten. „Das haben wir im Sparkassenpark geraucht“, sagen sie.

20-Jähriger muss acht Monate ins Gefängnis

Bares von einem Jugendlichen forderte der 20-Jährige auch im Dezember letzten Jahres auf einem Parkplatz, während der Zweitangeklagte mit einem Radmutternschlüssel drohte. Mit 90 Euro Beute zogen die Burschen davon: „Wir haben Geld für Kokain und Gras gebraucht.“

Dem Zweitangeklagten wird weiters Betrug vorgeworfen. Einen ehemaligen Mitschüler überredete er, für ihn Handyverträge abzuschließen. Schaden: rund 6.000 Euro. „Ich habe versprochen, alles zurückzuzahlen, das hatte ich aber nie vor. Er hat mir geglaubt, weil er gutmütig ist“, sagt er über das Opfer.

Auf Kleidung und Parfums abgesehen hatte es der Dritte im Bunde. In der Filiale einer Modekette langte er emsig zu.

Den teils vorbestraften Burschen wird die Rechnung präsentiert. Zwei Jahre teilbedingt setzt es für den Erstangeklagten, acht Monate davon muss er absitzen. Zu 15 Monaten bedingt und unbedingter Geldstrafe wird der Zweitangeklagte verurteilt. Der Dritte kommt mit Bewährungsstrafe davon. Alle Urteile sind rechtskräftig.