Sizilianischer Müll kommt auf St. Pöltner Deponie. 7.000 Tonnen sizilianischer Müll wird zur Gänze in der Landeshauptstadt verarbeitet.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 22. November 2019 (17:00)
Josef Vorlaufer

7.000 Tonnen Abfall sind derzeit am Weg von Sizilien nach Niederösterreich. Das sorgte für Aufruhr unter Bürgern wie auch in der Landespolitik ( die NÖN berichtete, siehe hier ).

Der Mega-Auftrag aus Italien ging an die Hainfelder Unternehmensgruppe Zöchling. Firmenchef Johann Zöchling schilderte der NÖN, was es nun mit diesem Großauftrag auf sich hat und warum die Niederösterreicher keine Sorge tragen müssten.

„Unsere Anlage in St. Pölten ist zur Behandlung dieser Abfallart perfekt geeignet“, lautet seine klare wie einfache Erklärung, dass der Abfall nach St. Pölten gebracht wird. Es kommen rund 30 Lastwägen.

Die ersten sind schon unterwegs und es werden noch in den nächsten zwei Wochen weitere folgen, 90 Prozent des Abfalls werden aber per Bahn geliefert. „Beim Material“, manifestiert er, „handelt es sich um keine Giftstoffe, sondern um vorbearbeitetes Material aus dem Hausmüll.“

Diese Verarbeitung sei nichts Ungewöhnliches. Ähnlichen Müll hat er bereits „vom Lilienfelder Abfallverband“, wie er weiter ausführt, „hier verarbeitet.“ Beim italienischen Hausmüll handle es sich um eine „Schwerfraktion“. Aus dieser werden Kunststoffe, Metalle und Minerale wie Steine herausgefiltert, aus dem verbleibenden Abfall wird Müllkompost gemacht und ein kleiner Restbestand wird am Ziegelofen deponiert.

„Grund, dass Italien den Müll an andere Länder weitergibt“, erläutert er, „ist, dass das Land viel zu wenig Anlagen-Kapazitäten für solche Abfallmengen hat.“ Eine Auftragsübernahme wie diese durch ein anderes Land sei daher nichts Ungewöhnliches. Österreich nimmt bei solchen Aufträgen im Vergleich zu anderen Ländern nur einen sehr geringen Anteil ein. „Rund 3,5 Millionen Tonnen Müll gehen“, weiß er, „von England nach Holland oder Deutschland.“

Die Menge, die die Zöchling-Unternehmensgruppe hier verarbeitet, nimmt laut dem Firmenboss nur 0,3 Prozent der gesamten österreichischen Hausmüllmenge ein.

Zöchling betreibt noch Deponien und Abfallverwertungsanlagen in Mistelbach, Kettlasbrunn, Sollenau, bei Herzogenburg und in Markgraf-Neusiedl. Der sizilianische Müll wird aber laut ihm ausschließlich auf der Deponie in der Landeshauptstadt verwertet und restgelagert.

Johann Zöchling kaufte im Vorjahr von der Stadt St. Pölten um rund 4,7 Millionen Euro die Mülldeponie samt Abfallverwertungsanlage am Ziegelofen.