Kameras ertappen nun Müllsünder. Zwei Geräte helfen, gegen die illegale Ablagerung von Sperrmüll vorzugehen. Es gibt erste Anzeigen.

Von Thomas Werth. Erstellt am 10. Juli 2019 (04:56)
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Ein Bild, das auf den Grünschnittplätzen häufig zu sehen ist: Illegale Sperrmüllablagerungen, gegen die die Stadt mit Kameras vorgeht.

Am Grünschnitt-Sammelplatz in der Bimbo-Binder-Promenade zeigte sich in der Vorwoche wieder ein leider bekanntes Bild: Dort, wo normalerweise nur Gartenabfälle weggeschmissen werden sollen, lagen wieder alte Autoreifen, Möbelstücke und vieles mehr. Ein Problem, das es bei vielen Sammelstellen in der Stadt gibt.

Die Stadt hat darauf reagiert. Mittlerweile sind zwei Wildkameras im Einsatz, die Müllsünder aufzeichnen und damit helfen sollen, diese zu identifizieren. „Wir haben auch schon einige Personen erwischt“, schildert Irene Bartl von der Abfallwirtschaft der Stadt. Diese wurden angezeigt. Der Strafrahmen beträgt laut NÖ Abfallwirtschaftsgesetz 200 bis 2.200 Euro. In den meisten Fällen verrechnet die Abfallwirtschaft laut Bartl Reinigungs-, Sortier- und Entsorgungskosten von 110 Euro bei Ablagerungen von normalem Hausmüll, bei Bauschutt, Problemstoffen und Großmengen sind es 220 Euro.

„Die Bevölkerung wird aber immer findiger und es wird schwerer, Beweismaterial zu finden“, schildert Bartl. Personen kämen nun mit Fahrrädern oder Scheibtruhen. „Es ist fast unmöglich, diese durch die Kameras zu identifizieren.“ Auch Hinweise aus der Bevölkerung gebe es kaum noch. „Niemand will Schwierigkeiten haben, wobei wir natürlich keine Angaben oder Daten zur anzeigenden Person weitergeben“, betont Bartl.

Umbau macht weitere Überwachung möglich

Neben den Grünschnittplätzen ist die Altstoffsammelinsel in der Julius-Raab-Promenade eines der größeren Sorgenkinder. An dem oft als Sperrmüll-Deponie missbrauchten Platz kann nämlich derzeit aus rechtlichen Gründen keine Videoüberwachung installiert werden. Das soll sich spätestens im Frühjahr 2020 ändern. „Dann wird die Altstoffsammelinsel umgebaut. Wir werden sie so gestalten, dass die Überwachung rechtlich einwandfrei möglich ist“, kündigt Bartl an.

Dass es so weit überhaupt kommen muss, ist ihr ein Rätsel. „Leider leben wir in einer Zeit, in der kaum jemand mehr bereit ist, aktiv etwas für die Umwelt zu tun. Es werden Petitionen gegen Plastik in den Meeren unterschrieben, aber es sind nur wenige bereit, eine herumliegende Dose oder ein Sackerl aufzuheben oder den eigenen Müll richtig zu trennen.“