Kassen-Kinderärzte ab Dezember im PVZ

Ein Kinderarzt und eine Kinderärztin ordinieren insgesamt 23 Stunden im PVZ St. Pölten, im Frühjahr dann 50 Stunden.

Erstellt am 06. Oktober 2021 | 04:36
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ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer, Allgemeinmediziner Rafael Pichler, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und NÖGUS-Vorsitzender Martin Eichtinger (v. l.) stellten das Pilotprojekt zur kinderärztlichen Versorgung in St. Pölten vor.
Foto: NLK Filzwieser

Fehlende Versorgung durch Kassen-Kinderärzte ist seit Jahren ein quälendes Problem vieler Eltern in der Landeshauptstadt. Nun ist eine Lösung in Sicht: Im Primärversorgungszentrum St. Pölten (PVZ) werden ab 1. Dezember ein Kinderarzt und eine Kinderärztin tätig sein. Starten werden sie mit 23 Stunden. Im Frühjahr 2022 sollen die Stunden auf 50 aufgestockt werden. PVZ-Mitgründer und Allgemeinmediziner Rafael Pichler verrät, wie es nun endlich zu einer Lösung kam: „Wir haben uns mit Kollegen zusammengesetzt und gefragt, woran es hapert. Vielen ist es wichtig, unter angenehmen Bedingungen, ohne Druck und Risiko zu arbeiten. Das können wir bieten.“ Denn das PVZ übernimmt das Risiko und bietet die Infrastruktur für die neuen Ärzte. Pichler ersucht die Interessenten aber noch um Geduld: „Vor dem 1. Dezember können wir die Anfragen nicht bearbeiten.“

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Für das Pilotprojekt in der Landeshauptstadt haben Land NÖ und ÖGK nun den Startschuss gegeben: „Wir freuen uns, dass mit der Österreichischen Gesundheitskasse neuerlich ein Projekt entstehen konnte, das veranschaulicht, wie vielfältig Ansätze im Gesundheitssystem sein können und die ärztlichen Qualitäten einer Region genutzt werden können“, betont Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), wie wichtig wohnortnahe Versorgung ist. ÖGK-Generaldirektor Bernhard Wurzer fügt hinzu: „Dieses Pilotprojekt ist mir ein besonderes Anliegen. Es zeigt, wie gut die Nahversorgung durch Primärversorgungseinheiten funktioniert.“

Erleichtert zeigen sich auch die Stadtverantwortlichen. Das Thema Kinderärzte war bereits mehrfach im Gemeinderat heiß diskutiert worden. Eine Resolution für mehr Kinderärzte hatte der Gemeinderat zuletzt auf Antrag von Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) beschlossen. „Wir freuen uns, dass die lange geforderten Kassen-Kinderarztstellen in St. Pölten noch heuer besetzt werden. Wir haben lange dafür gekämpft und uns als Stadt auch aktiv eingebracht. Ich hoffe auf eine dauerhafte Lösung diesbezüglich und möchte speziell allen Kassenärzten meinen Respekt aussprechen“, betont der Bürgermeister nun.

Kinderarzt und Hausarzt unter einem Dach

Es ist einzigartig, dass Kinderarzt und Hausarzt unter einem Dach ordinieren. „Alle Kinder unter einem Jahr sind gut beim Kinderarzt aufgehoben“, erklärt Rafael Pichler. Das PVZ fungiert dann auch als Vorfilter, welches Kind zum Kinderarzt sollte und wann ein Allgemeinmediziner reicht. „Wir müssen mit den Ressourcen haushalten“, sagt Pichler.