Knaller-Verbot gilt jetzt schon. Was laute Raketen zu Silvester und beim Volksfest ersetzen wird, ist noch nicht fix.

Von Beate Steiner. Erstellt am 08. Januar 2020 (05:20)
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In der ersten Viertelstunde des Jahres 2020 erhellten noch einmal bunte Böller den Himmel über der Innenstadt. Jetzt ist Schluss mit dem traditionellen Krachen zum Jahreswechsel und auch beim Volksfest. Das verkündete Bürgermeister Matthias Stadler noch im letzten Jahr (die NÖN berichtete). In den sozialen Netzwerken gehen seither die Wogen hoch: Hundmamas sind hocherfreut, dass ihre Lieblinge nicht mehr zitternd den Lärm erdulden müssen, Umweltbewusste freuen sich, dass der Feinstaub weniger wird, und Traditionalisten wollen nicht einsehen, dass ihre geile Knallerei in Verruf geraten ist.

Sie alle differenzieren nicht zwischen den offiziellen Feuerwerken der Stadt und den privaten „Schießereien“. Die sind im bewohnten Gebiet sowieso und grundsätzlich seit Langem verboten, bestätigt Behördenleiter Martin Gutkas. „Auch ein kleines Feuerwerk, ein sogenanntes F2, ist im Ortsgebiet untersagt, wegen der Brandgefahr und der Lärmbelästigung.“

Alternativen für städtische Feuerwerke

Nicht gelöst ist dabei ein gravierendes Problem, nämlich das der Kontrolle. Das ist auch Martin Gutkas bewusst: „Übrig bleibt bei allen Verboten die Frage des Vollzugs, die naturgemäß am 31. Dezember eine Mammutaufgabe darstellt.“ Das sieht auch Michael Bachel so, der Leiter Veranstaltungsservice im Magistrat: „Es gibt einfach Leute, die sich nicht daran halten, dass Böller und Raketen im Ortsgebiet nicht abgeschossen werden dürfen.“

Bachel ist jetzt auf der Suche nach Alternativen für die städtischen Feuerwerke zu Silvester und am Volksfest: „Ideen gibt es mehr als genug. Ich muss allerdings noch abwarten, wie viel Budget uns zur Verfügung steht.“ Immerhin seien die derzeit angesagten leisen Lasershows um ein Vielfaches teurer als ein herkömmliches und lautes Feuerwerk. Aber: „Wer sagt, dass wir nicht einen Ohrenschmaus statt des Augenschmaus servieren?“