Kritik an Bestellung. Pädagogen stoßen sich an Umständen der Auswahl von Alfred Kellner zum Musikschulleiter. Der findet die Anwürfe „unfair“.

Von Mario Kern. Erstellt am 29. September 2014 (07:51)
NOEN, NÖN
Alfred Kellner
Wenig überraschend kam für einige seiner niederösterreichischen Kollegen, dass man sich für Alfred Kellner als neuen Leiter der Musikschule entschieden hat. Ihre Kritik tun sie auf der Homepage des Infonetzwerkes für NÖ Musikschullehrer kund: Schließlich arbeite Kellner im Musikschulmanagement (das von zehn Bewerbern sechs ausgewählt hat) mit, sei er im Vorstand der übergeordneten Regionalkultur NÖ und Mitglied im Musikschulbeirat des Landes. Zudem habe er das Hearing für den Leiterposten mitgestaltet.

Und: Seinetwegen sei 2012 die Neuregelung im Dienstrecht eingeführt worden, wonach ein Doktoratstudium im Fachgebiet Kunst- und Kulturmanagement Leitern die höchsten Entlohnungsgruppen zugängig macht. „Kellner hat weder eine pädagogische noch einen ordentlichen künstlerischen Abschluss“, erklärt Martina Glatz vom Infonetzwerk.

Alle Bewerber gleiche Chance

Alfred Kellner entgegnet auf die Vorwürfe, er sei immer im Gespräch gewesen – auch für andere Spitzen-Positionen. Das Assessment-Center für die sechs Schluss-Bewerber sei extra wegen ihm eingeführt worden. „Eben weil ich bei Leiter-Hearings involviert war.“ Damit hätten alle Bewerber die gleiche Chance gehabt.
Kellner findet es „unfair und schlimm“, wegen seines vielfachen Engagements an den Pranger gestellt zu werden.

„Wenn es andere Meinungen gibt, ist das okay. Aber so? Dass ein Landesgesetz wegen mir geändert wurde, glaubt doch niemand wirklich.“ Seine pädagogische Eignung beweise er seit 1999, dem Naheverhältnis zu Institutionen und zur SP (Kellner ist Stadtrat in Traismauer) sei nichts zu verdanken: „Da dürfte ich ja nichts mehr machen.“