Laser ertappt drei Mal so viele Raser. An B 1 und B 20 wird mit Lasertechnik kontrolliert. Die Zahl der Strafen verdreifachte sich.

Von Thomas Werth. Erstellt am 10. Oktober 2018 (04:38)
Feigl
Symbolbild

Die Polizei rüstet in St. Pölten im Kampf gegen Raser technisch auf. An der B 1 in Ratzersdorf und der B 20 inSt. Georgen sind neue Messgeräte mit Lasertechnologie im Einsatz. Seit zwei Monaten nehmen sie Schnellfahrer ins Visier.

Die erste Bilanz ist eine deutliche Warnung an Schnellfahrer: Die Zahl der Gestraften verdreifachte sich. In Ratzersdorf erwischten die alten Radargeräte im Schnitt 22 Lenker täglich, die neuen 64. Noch deutlicher ist der Unterschied in St. Georgen, wo zuvor durchschnittlich 43 Raser pro Tag „geblitzt“ wurden und mittlerweile 140.

Der Anstieg liegt in erster Linie an der neuen Technologie der Geräte. „Die Messung ist jetzt laserbasiert und kann eindeutig zugeordnet werden“, erklärt Wilhelm Schwaigerlehner, für diesen Bereich zuständig bei der Landesverkehrsabteilung. Die alten Radargeräte haben den Nachteil, dass für die Messung ein zweites Foto benötigt wird. „Sie lösen 0,5 Sekunden später noch einmal aus zur notwendigen Kontrolle durch ein Weg-Zeit-Diagramm“, erklärt Schwaigerlehner.

Ist eines der beiden Fotos unbrauchbar – etwa durch ein weiteres Fahrzeug am Bild oder ein verdecktes Kennzeichen – so kann der Lenker nicht gestraft werden. Außerdem können mit der Technik nur Fahrzeuge gemessen werden, die sich vom Radargerät entfernen. „In die andere Richtung ist kein Kontrollfoto möglich“, so Schwaigerlehner.

„Spätestens, wenn die Lenker die ersten Rechnungen erhalten, werden sie aufpassen.“Wilhelm Schwaigerlehner, Landesverkehrsabteilung

Bei den neuen Laser-Geräten reicht eine einzige Messung und sie können mehrere Autos gleichzeitig erfassen – egal ob heranfahrend oder sich entfernend. „Das erspart uns das Umstellen der Boxen“, so Schwaigerlehner.

Derzeit betreibt das Innenministerium neun neue Lasergeräte, die ähnlich wie ihre Vorgänger den Standort im Drei-Wochen-Rhythmus wechseln. Die alten Radarboxen sollen sukzessive umgerüstet werden, also auch die neun weiteren fixen Anlagen in St. Pölten. „Es gibt oft keine Ersatzteile mehr, wodurch immer mehr Geräte ausscheiden werden“, so Schwaigerlehner.

Dass die Zahl der gestraften Raser dauerhaft derart hoch bleibt, daran glaubt der Verkehrsexperte nicht: „Es spricht sich ja herum. Und spätestens, wenn die Lenker die ersten Rechnungen erhalten, werden sie aufpassen.“