Geldbörse gestohlen? Lügen haben kurze Beine. Verloren statt gestohlen. Wirbel um Raub stellte sich als Notlüge heraus.

Von Alexander Kortan. Erstellt am 19. Juni 2021 (10:34)
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Ein Mädchen aus dem Bezirk Lilienfeld wartet am St. Pöltner Hauptbahnhof auf den Zug in Richtung Hainfeld. Plötzlich: Drei Burschen nähern sich ihr, rauben ihre Geldbörse und suchen das Weite. Anzeige!

Allerdings kam den Beamten die Geschichte nicht ganz schlüssig vor. Noch während sie ihre Aussage aufnahmen, erhielten die Polizisten einen Anruf, dass die Brieftasche gefunden worden ist. Doch weder Geld noch Bankomatkarte fehlten. Nicht ganz schlüssig für einen Raub. Als die Beamten dann nochmals bei der Teenagerin nachfragten, rückte diese mit der Wahrheit heraus: Die Brieftasche wurde nicht geraubt, sondern das Mädchen hatte sie einfach verloren. "Doch warum dann das Lügenkonstrukt?", wollten die Polizisten nun wissen.

Die Jugendliche hatte geflunkert aus einem einfachen Grund: Sie hatte Angst, dass ihre Mutter wegen des Verlustes mit ihr schimpft. Die Folge der Notlüge ist nun weit unangenehmer als ein paar mahnende Worte der Mutter. Für die Jugendliche hagelte es eine Anzeige wegen Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung.