Lup-Betrieb wird souveräner. Weniger Beschwerden in zweiter Woche nach dem Neustart. An Verbesserungen wird gearbeitet.

Von Mario Kern. Erstellt am 20. September 2017 (05:22)
NOEN, NÖN
Die Busse der Linie 12 waren nicht nach Viehhofen im Salzburger Land unterwegs, sondern fuhren ganz korrekt in den nördlichen Stadtteil von St. Pölten

Der Lup-Alltag pendelt sich immer mehr ein – das ist das Fazit der beiden Busbetreiber Dr. Richard und ZuklinBus am Ende der zweiten Woche nach dem Lup-Neustart am ersten Schultag.

Die Mehrheit der Voter auf NÖN.at bewertet den Lup-Neustart grundsätzlich positiv: 40 Prozent sind mit dem Neubeginn zufrieden und 25,3 Prozent sehen nur ein paar kleine Start-Wehwehchen. Noch nicht vom neuen Lup überzeugt sind 34,7 Prozent.

Schulbeginn als möglicher Grund von Verspätungen

Die Stadt sieht die anfänglichen Verspätungen vor allem im hektischen Treiben auf den Straßen zum Schulbeginn begründet. Die technischen Probleme konnten weitgehend behoben werden und waren in der zweiten Woche insgesamt recht überschaubar.

So zeigen die Busse der Linie 12 mittlerweile richtigerweise den Stadtteil Viehofen als Ziel an. Zuvor hatten sie den Johannesplatz nach Viehhofen verlegt, dass eigentlich im Salzburger Pinzgau zu finden ist. „Der kleine Lapsus war bereits bekannt und sollte schon bei allen Fahrzeugen behoben worden sein“, so Gumprecht.

Bordcomputer müssen noch optimiert werden

Bei den Bordrechnern, mit denen der Fahrscheinverkauf erfolgt und die Zielanzeigen gesteuert werden, hakt es hier und da noch ein wenig. „Diese müssen gelegentlich im Fahrbetrieb neu gestartet werden“, erklärt Werner Gumprecht von Dr. Richard. Das sei zwar für die Lenker ärgerlich, wirke sich aber sonst nicht auf den Betrieb aus.

In manchen Bussen funktionierten zudem die Entwerter nicht. Bei einigen Innenmonitoren gab es überdies Softwareprobleme. „Da sind wir aber auf Rückmeldungen des Herstellers angewiesen und dieser kann derzeit noch nicht erklären, warum dieser Fehler überhaupt in dieser Form auftritt“, erläutert Sabine Zuklin-Pollany von ZuklinBus. Beschwerden über Verspätungen seien nur mehr vereinzelt eingegangen, weiß Werner Gumprecht von Dr. Richard. „Die Kundenanfragen betrafen ansonst vor allem den Fahrplan und vereinzelt Fundgegenstände.“ Die geänderte Linienführung sei kein Thema.

Verwaiste Haltestellen mittlerweile entfernt

Die Verwirrungen um Haltestellen, die mit der neuen Linienführung nicht mehr angefahren werden, hat sich mittlerweile ebenfalls gelegt. Diese Haltestellen wurden abmontiert, sofern sie nicht auch Regionalbushaltestellen sind. „Die nicht mehr benötigten Stelen und Fahnen werden am Wirtschaftshof gelagert und als Ersatz für kaputt gegangene Stelen herangezogen“, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Eingelebt haben sich mittlerweile auch die neuen Fahrer, weiß Zuklin-Geschäftsführerin Sabine Zuklin-Pollany. Mitarbeiter vor Ort schulen bereits neue Fahrer ein. „Trotzdem wartet auf uns in den nächsten Wochen noch einiges an Arbeit, um den Betrieb zu optimieren“, berichtet Zuklin-Pollany. Die Betriebsleitung, die derzeit noch zwei erfahrene Mitarbeiter aus der Nähe von Wien innehaben, soll künftig ein Mitarbeiter vor Ort übernehmen.

St. Pöltner "Know-how" ist gefragt

„In den ersten Wochen verlassen wir uns aber gerne auf das Know-how unserer langjährigen, erfahrenen Mitarbeiter, die das noch junge Team vor Ort unterstützen.“ Das neue Lup-Team profitiert aber auch von langjährigen Lenkern des St. Pöltner Stadtbusses – einige Fahrer aus der Zuklin-Mannschaft waren bereits vor der Übernahme im Einsatz.

Eine besondere Lup-Wanderung organisiert Bus-Kenner Wolfgang Geizenauer am 24. September: Dann findet die erste Sonntags-Lup-Wanderung zum Viehofner Kogel und auf dem Windradlweg nach Unterradlberg statt. Treffpunkt ist um 9 Uhr am südlichen Bahnhofsvorplatz. Von dort bringt die Linie 5 die Wanderfreunde zum Traisenpark.