„Mama, komm bitte wieder heim!“. St. Pöltnerin verschollen. Günther Luger bittet seine Gattin, wieder zurückzukommen. Der elfjährige Sohn vermisst seine Mama.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 24. Dezember 2020 (21:59)
Günter Luger und sein Sohn bitten, dass die Mama wiederkommt.
Luger

Günther Luger (49) ist verzweifelt. Seit 21. November ist seine Gattin verschwunden.

„Sie hat keine Dokumente,  keinen Reisepass und auch keine E-Card bei sich“, erzählt der ÖBB-Pensionist.

Begonnen hat alles am 19. November. An diesem Tag ist die Reinigungskraft an einer  St. Pöltner Schule nicht von der Arbeit heimgekehrt. Normalerweise hat sie bis 20 Uhr Dienst und ist nach rund zehn Minuten zu Hause. Dieses Mal kam sie aber nicht. „Ihr Handy war abgeschaltet“, schildert er. Auch am nächsten Morgen gab es noch kein Lebenszeichen von der 45-Jährigen. „Zu Mittag wurde ich dann von ihrem Chef angerufen, warum sie nicht zur Arbeit gekommen ist“, erinnert sich Luger. Einen Grund konnte er aber nicht angeben. Streit hätte es, beteuert er, keinen geben. Auch keine Ehe- oder sonstigen Probleme. Am Abend kam dann der Anruf von der Polizei.

„Sie fragten mich, ob ich wüsste, warum meine Frau bei der Unterführung der S 33 bei Stattersdorf stünde“, sagt Luger. Und: „Ich sollte sie holen. Das ging aber nicht, weil ich keinen Führerschein habe.“  Eine Polizeistreife hätte seine Gattin dann heimgebracht. „Sie erzählte, sie hätte dort auf eine Freundin gewartet“, so Luger. Dann hätte seine Frau auf einer Couch im Wohnzimmer übernachtet. Als er gegen 1 Uhr morgens kurz aufwachte, war noch alles in Ordnung. Gegen 6.30 Uhr sei es dann kalt in der Wohnung gewesen.

„Ich stand auf und sah, dass die Tür  angelehnt war. Meine Frau war weg. Sie hat kein Gewand oder andere persönliche Gegenstände mitgenommen, aber 2.000 Euro“,  so Luger. Am 21. November hätte dann eine Spaziergängerin, die mehrmals am Tag mit ihrem Hund spazieren war, die Frau drei Mal unter der Brücke nahe des alten Merkur-Markts gesehen. Die Frau meldete dies, sagt Luger, auch der Polizei, weil ihr das komisch vorkam. Luger: „Das war die letzte Sichtung. Seither ist meine Frau verschollen.“ Luger erstattete Anzeige.

Bei der Landespolizeidirektion Niederösterreich bestätigt man dies. Polizeisprecher Heinz Holub weist jedoch daraufhin, dass die Frau aufgrund ihrer Volljährigkeit ihren Aufenthaltsort selbst bestimmen könne. Die rechtlichen Voraussetzungen zu einer Bildveröffentlichung seitens der Polizei liegen derzeit nicht vor.

Günter Luger und sein elfjähriger Sohn hoffen indes auf ein verspätetes Weihnachtswunder: Dass die Mama wieder an ihrer Seite ist. Appell von Papa und Sohn:  „Mama, bitte komm‘ wieder heim!“

Warum die Frau nicht mehr bei ihnen sein will, versteht Luger nicht. Anzeichen einer momentanen Überforderung schließt er nicht aus.