Mann griff nach Dienstwaffe. 22-Jähriger St. Pöltner bedrohte zwei Freundinnen und wehrte sich gegen die Polizei: 18 Monate Haft.

Von Stefanie Marek. Erstellt am 30. März 2021 (18:38)
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Vier Beamte werden in eine Wohnung in St. Pölten gerufen. Im Wohnzimmer steht ein Mann, betrunken, mit blutigen Händen. Im Zimmer zwei Frauen, die beste Freundin und die Verlobte des Mannes. Weil er sie ignoriert und sie ihn wegen des Blutes nach Waffen durchsuchen wollen, fixieren ihn die Polizisten an der Wand. Doch der Mann wehrt sich so heftig, dass es drei Leute braucht, um einzuschreiten. Dabei reißt der 22-Jährige an der Dienstwaffe eines Polizisten. Aus dem Holster bekommt er sie aber nicht. So lautet die Schilderung der Polizisten. Der Mann bestreitet jedoch, die Waffe angefasst zu haben.

Das Blut an seinen Händen ist sein eigenes, er hatte ein Handy gegen die Wand geworfen und gegen ein Fenster geschlagen. Das gibt er zu. Weil er sich mit seiner Freundin stritt und die andere Frau eingreifen wollte, soll er ihr sein Handy ins Gesicht geworfen haben. Unabsichtlich, wie er sagt. Der Angeklagte redet sich vor Gericht wiederholt darauf aus, dass er betrunken und nicht er selbst gewesen sei. Ein Alkotest ergab: So betrunken war er gar nicht.

Aber auch die beiden Frauen entschuldigen sein Verhalten damit. Dass sie selbst die Polizei gerufen haben, weil sie sich laut eigener Aussage gefürchtet haben, dass er sie wüst beschimpft und ihnen gedroht hat, dass er ihr Leben zerstören werde, sollte er wieder ins Gefängnis kommen, das scheint vergessen und vergeben. Immerhin hat er sich ja entschuldigt. Und das tut er auch vor Gericht mehrmals: bei jedem einzelnen anwesenden Beamten, beim Richter und auch bei einer Beamtin. Ihm tue es leid, dass sie sich vor ihm gefürchtet habe, sagt er. Auch wenn diese sich nicht vor ihm gefürchtet habe, wie sie sagt.

Den Sachschaden hat er gutgemacht. Ins Gefängnis will er nicht, trotzdem bekommt er 18 Monate gesamt, vier davon, weil der Richter Bewährungsstrafen von Vorstrafen widerruft.