Mikroorganismen sollen Deponie-Gestank neutralisieren. Suppenköchin und NDU-Absolventin Johanna Ruthner gab Tipp zur Bekämpfung des faulen Geruchs auf der Mülldeponie. Die nachhaltige und ökologische Lösung wird bereits von den Betreibern getestet..

Von Beate Steiner. Erstellt am 23. Januar 2021 (18:36)
Die Geruchsbelästigung auf der Deponie wird jetzt auch mit Mikroorganismen bekämpft.
NÖN

Johanna Ruthner, kreative NDU-Absolventin und Suppenköchin mit eigenem Lokal in der Marktgasse, kocht bei einem anderen Süppchen mit – einem aus Abfall und Mikroorganismen. Sie ist überzeugt, dass das Gestanks-Problem auf der Deponie (die NÖN berichtete) mit effektiven Mikro-Organismen und somit nachhaltig und ohne Chemie zu lösen sei.

„Ich kenne den Einsatz dieser Mikroorganismen aus der Landwirtschaft, dort werden sie immer öfter der Gülle beigemischt, um auch hier den Geruch zu minimieren und den Dünger hochwertiger zu machen. Warum sollte man das nicht auch in der Abfallwirtschaft versuchen?“, schildert Johanna. 

Johann Zöchling, Betreiber der Abfallbehandlungsanlage, war sofort interessiert: „Wir sind immer offen für Neues – vor allem nachhaltige, ökologische Lösungsansätze interessieren uns sehr.“ Standortleiterin Karin Zöchling ergänzt:, „Geruchsintensiv bedeutet nicht, dass es sich um gefährlichen oder gar gesundheitsschädlichen Abfall handelt. Doch wir verstehen den Unmut der Bevölkerung und wünschen uns eine schnelle Besserung der Geruchsbelästigung. Wir haben bereits Angebote von Fachfirmen hinsichtlich Geruchsbindesystemen eingeholt. Johannas Idee begrüßen wir sehr“.

Gemeinsam mit der Firma Multikraft, welche die effektiven Mikroorganismen produziert, wird nun intensiv an einer Lösung gearbeitet, die Umsetzung läuft auf Hochtouren.

Ideengeberin Johanna Ruthner ist jedenfalls begeistert, dass sie auf offene Ohren und Offenheit bei den Betreibern gestoßen ist. Warum die Köchin ihren Senf dazugegeben hat? „Das Thema Müll geht uns alle etwas an.“ Sie produziere jeden Tag Müll, privat und auch in ihrem Geschäft, obwohl sie sich bemühe, wenig wegzuwerfen. Irgendjemand müsse diesen Müll weiterverarbeiten. „Die bisherigen Techniken mit dieser nachhaltigen und ökologischen Lösung zu ergänzen, ist meiner Meinung nach auf jeden Fall einen Versuch wert. Jetzt müssen nur noch die Mikroorganismen schnell ihre Arbeit verrichten, dann kann St. Pölten wieder aufatmen.“