Musiker für Mozartgemeinde. Der neue Obmann Kurt Franz Schmid über bewährte Tradition in St. Pölten und Verlockendes für neue Mitglieder.

Von Beate Steiner. Erstellt am 07. April 2021 (03:07)
Mit dem Festspielhaus im Hintergrund besprachen der alte und der neue Obmann der Mozartgemeinde NÖ das kommende Programm: Manfred Engel (rechts) und Kurt Franz Schmid.
Beate Steiner, Beate Steiner

Kurt Franz Schmid, umtriebiger Musiker und Soloklarinettist des NÖ Tonkünstlerorchesters, folgt Manfred Engel als Obmann der Mozartgemeinde Niederösterreich, die seit über 30 Jahren junge Musiker in Konzerten fördert und mit Kammermusikkonzerten begeistert.

NÖN: Wie haben Sie und die Mozartgemeinde NÖ zueinandergefunden?
Kurt Schmid: Einerseits durch Gerd Oppitz, Mitglied der Mozartgemeinde und ehemaliger Bezirkshauptmann von Horn, der bei mir Klarinettenunterricht genommen hat, andererseits durch Symphoniker Peter Schreiber, der familiäre Wurzeln in St. Pölten hat. Wir traten mit unserem Bläseroktett Collegium Viennense bei einem Mozartgemeinde-Konzert in der Synagoge auf. Beim anschließenden Mittagessen beim Winkler haben Manfred Engel und ich über die Musik hinaus Freundschaft geschlossen. Wir haben viele gemeinsame Gesprächsthemen, sind auf einer Wellenlänge.

Bis jetzt hat Manfred Engel das Programm komponiert. Werden Sie am Stil etwas verändern?
Das Gesamtkonzept werde ich nicht verlassen. Wir sind eine Kammermusikserie, das wollen wir bleiben. Es ist eine Tradition entstanden, warum sollte ich das Rad neu erfinden? Der Weg mit den sechs Konzerten im Jahr hat sich bewährt. Und ich möchte das, was Manfred Engel aufgebaut hat, erhalten. Die Mozartgemeinde-Familie soll sich weiterhin gut aufgehoben fühlen. Ich habe in der Stadt, zum Beispiel auch bei meinem Antrittsbesuch bei Bürgermeister Matthias Stadler, gemerkt, dass ich willkommen bin. Und alle haben Manfred Engel gelobt, dass es bisher so gut geklappt hat.

Das Gesamtkonzept werde ich nicht verlassen. Wir sind eine Kammermusikserie, das wollen wir bleiben

Wie schaut das geplante Programm aus? Also in Pandemiezeiten natürlich vorläufig.
Am 11. April sollte das Einstiegskonzert sein. Das geht natürlich nicht. Unser nächstes Ziel ist der 9. Mai, weitere Konzerte sollen im September und Oktober folgen. Wir wollen uns dabei auch ins Schubertjahr einklinken. Ich denke von Monat zu Monat, die Leute sind ja glücklicherweise auch flexibel. Ich habe eine Aussendung an die Mozartgemeinde-Mitglieder mit den Informationen geplant, damit sie wissen, dass es uns noch gibt.

St. Pölten ist Zentrum der Mozartgemeinde NÖ. Bleibt der Schubertsaal des BORG weiter Veranstaltungsraum?
Ja, sicher. Das BORG ist gut erreichbar, der Schubertsaal ist ein schöner Saal mit einem guten Klavier. Und wir arbeiten bestens mit den Verantwortlichen zusammen.

Ich möchte durch Mundpropaganda und durch Familien, die ich kenne, auch die jungen Menschen ansprechen

Wie wollen Sie neue Mitglieder für die Mozartgemeinde gewinnen und zusätzliche Besucher für die Konzerte?
Ich möchte durch Mundpropaganda und durch Familien, die ich kenne, auch die jungen Menschen ansprechen. Ich werde auch schauen, dass die Musikerriege nicht nur eine alte ist. Und wenn junge Menschen spielen, kommt auch das Umfeld mit. Außerdem plane ich einmal im Jahr ein Konzert für die Jugend – Jugendliche sollen die Möglichkeit haben, sich zu präsentieren.

Vielleicht gelingt es mir auch, übers Tonkünstlerorchester neue Mitglieder für die Mozartgemeinde anzusprechen – so als kleine, feine Versuchung in der Nähe des Festspielhauses, in dem die Tonkünstler ja auftreten. Wichtig ist mir auf jeden Fall, jedes Mitglied der Mozartgemeinde persönlich zu kennen. Ich freue mich auch, wenn Ideen kommen und Wünsche, die wir dann verwirklichen können. Und noch eines ist mir wichtig: Wir werden die kommenden Konzerte gemeinsam ausklingen lassen bei einem guten Mahl und bei einem Glas Wein.