Nach Vorfall in Dornbirn: Schleusen für mehr Sicherheit. Eingänge im Landhausviertel und zur Bezirkshauptmannschaft werden bis Ende 2020 umgebaut. Auch für das Rathaus werden bauliche Veränderungen erwogen.

Von Mario Kern. Erstellt am 05. März 2019 (04:29)
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Künftig wird man das BH-Gebäude ausschließlich nach einem Check in einer Sicherheitsschleuse betreten können. „Diese Sicherheitsmaßnahme sind wir unseren Mitarbeitern und unseren Kunden schuldig“, betont Bezirkshauptmann Josef Kronister. Mario Kern

Zu Vorfällen wie der tödlichen Messerattacke in Dornbirn soll es in St. Pölten gar nicht erst kommen. Verhindern sollen das die Maßnahmen für Amtsgebäude, die Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner beim Sicherheitsgipfel präsentierte: Das Paket wird der Landtag im Frühsommer beschließen. Darin enthalten sind allein 3,5 Millionen Euro für das Landhausviertel. Bis 2020 werden dann in 19 Häusern Videokameras und Gegensprechanlagen installiert. Kunden werden von Servicestellen aus identifiziert und dann weiter vorgelassen. In den Landesregierung-Häusern 1 und 1a sowie dem Landtagsgebäude 1b werden Personen in Sicherheitsschleusen kontrolliert.

Eine solche Schleuse inklusive Scanner – ähnlich dem Sicherheitsportal im Landesgerichtsgebäude – wird bis Ende 2020 auch am Eingang zur BH St. Pölten eingerichtet. Die für alle Bezirkshauptmannschaften vorgesehene Schließung der Nebeneingänge erspart sich Bezirkshauptmann Josef Kronister: Seit der Umgestaltung des Gebäudes im Jahr 2017 werden Kunden nur mehr zentral ins Haus gelassen. Seit einem Jahr gibt es im Gebäude am Bischofsteich zudem einen Sicherheitsdienst. Von der Schleuse werden auch die Kunden profitieren, meint Kronister. „Rabiat werden kann zwar immer jemand, aber dann zumindest nur ohne Waffe.“

Gewalttaten habe es in der Bezirkshauptmannschaft noch nicht gegeben, Beschimpfungen stünden aber mittlerweile an der Tagesordnung. Drohungen gebe es im Schnitt alle zwei Wochen. „Generell ist beobachtbar, dass sich die Gesellschaft geändert hat. Viele meinen, uns für ihr Schicksal verantwortlich machen zu müssen. Wir erfinden aber die Gesetze nicht, wir setzen den Rechtsstaat nur um.“

Stadt schult Umgang mit „schwierigen Kunden“

Angesichts der jüngsten Vorkommnisse wird auch im Rathaus über bauliche Maßnahmen nachgedacht. „Securitys, die Einschränkung von Parteienverkehrszeiten und Zugangskontrollen sind im Gespräch“, erläutert Magistratsdirektor Thomas Dewina. „Letztere lassen sich aber aufgrund des Konzeptes eines offenen Rathauses eher schwer umsetzen.“ Die Möglichkeit der schnellen Alarmierung gibt es bereits im Rathaus, ebenso Schulungen für den Umgang mit „schwierigen Kunden“.

Mit mehr Security-Präsenz reagierte das Arbeitsmarktservice jüngst auf die immer häufigeren Bedrohungen und Beschimpfungen. Bauliche Veränderungen wird es aber derzeit nicht geben. „Seit Jahresanfang ist eine Sicherheitskraft den ganzen Tag vor Ort. Glücklicherweise ist auch davor noch nichts passiert, aber die Hemmschwelle wird immer niedriger“, erklärt AMS-Leiter-Stellvertreter Karl Lanzenbacher.

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