Notfallfahrzeuge: Retter zahlen Pilotprojekt. Rotes Kreuz und ASBÖ St. Pölten stellen NEF aufgerüsteten Transportwagen zur Seite. Beide finanzieren vorerst den landesweiten Test-Versuch aus eigener Tasche.

Von Mario Kern. Erstellt am 29. Juni 2017 (04:14)
Mario Kern
Präsentierten den RTW-C (links) und das NEF: Notruf-144-Geschäftsführer Christof Chwojka, Markus Voglauer, Sebastian Frank und Bürgermeister Matthias Stadler (von links).

Wenn ab 1. Juli das kleine und wendige Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) landesweit den Notarztwagen (NAW) ersetzt, startet in der Landeshauptstadt das Pilotprojekt „RTW-C“ (die NÖN berichtete exklusiv). Der für Notfalleinsätze aufgerüstete Rettungstransportwagen (RTW) ermöglicht auch künftig den hochwertigen Transport von Notfallpatienten.

In St. Pölten kommt der RTW-C in Niederösterreich zum ersten Mal zum Einsatz: Das Modell ist zwar im neuen NÖ Mindestausrüstungsgesetz vorgesehen – das befindet sich allerdings erst in der Begutachtungsphase. Somit wird der St. Pöltner RTW-C voraussichtlich bis 2018 der einzige bleiben.

Für das Projekt arbeiten einmal mehr das Rote Kreuz und der Samariterbund St. Pölten zusammen – die beiden wechseln einander wöchentlich mit der Besetzung der Fahrzeuge ab. „Wichtig ist, dass für den Patienten jederzeit die beste Ausrüstung und Ausbildung da ist“, betonen ASBÖ-Obmann Markus Voglauer und Rotkreuz-Bezirksgeschäftsführer Sebastian Frank.

Der Transportwagen wird voraussichtlich täglich bis zu fünf Einsätze fahren. Die auf 300.000 Euro geschätzten Kosten für den Jahresbetrieb des RTW-C übernehmen vorerst die beiden Rettungsorganisationen. „Das ist viel Geld“, unterstreicht Voglauer. „Wir gehen in Vorleistung, weil es um den Patienten geht. Auf Dauer schaffen wir das aber sicher nicht alleine.“

Finanzierungsgespräche gibt es mit Land und Stadt. Bürgermeister Matthias Stadler kündigte Unterstützung an: „Wir werden alles versuchen, diesem Dienst zu helfen.“