Erstellt am 22. April 2014, 07:14

von Thomas Werth

St. Pölten nur Vorletzter. Der Radiosender Ö3 suchte die schönste und coolste Landeshauptstadt. Lange Zeit auf dem letzten Platz, konnte im „Schluss-Sprint“ noch Eisenstadt überholt werden.

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Von Thomas Werth

Fünf Tage lang suchte der Radiosender Ö3 – immerhin österreichischer Reichweiten-Primus – im Rahmen seiner Vormittagssendung „Ö3 Wecker“ die schönste und coolste Landeshauptstadt in Österreich. Online gab es dabei die Möglichkeit, für den Favoriten zu stimmen.

Für St. Pölten verlief die Abstimmung alles andere als erfolgreich. Lediglich 3,06 Prozent aller Stimmen (wie viele Personen abgestimmt haben, ist offiziell nicht bekannt) gab es für Niederösterreichs Landeshauptstadt. Immerhin: Lag St. Pölten fast die ganze Abstimmung lang an letzter Stelle, konnte am Schlusstag noch Eisenstadt (2,82 Prozent) überholt werden. Sieger wurde Linz (26,21 Prozent).

Die Stadt selbst kann mit dem Ergebnis gut leben. „St. Pölten ist die jüngste unter den Landeshauptstädten. All das, was sich in den anderen Landeshauptstädten über Jahrhunderte entwickeln konnte, hat St. Pölten versucht, in den letzten 25 Jahren aufzuholen. Fachleute zollen diesen Anstrengungen hohen Respekt und Anerkennung“, so Martin Koutny vom Medienservice der Stadt.

Zwar meldeten sich im Zuge der Ö3-Aktion auch zahlreiche Sympathisanten zu Wort, bei vielen Kommentaren, etwa auf Facebook, kam St. Pölten aber oftmals nicht glimpflich davon. „Unbestritten ist die Lebensqualität in der Stadt sehr hoch. Negative Statements kommen durchwegs nur von Personen, die die Stadt nicht oder nur ,von früher‘ kennen“, erklärt Koutny.

„Aktion beruht nicht  auf messbaren Fakten“

Die Ö3-Aktion sei zwar gut gemacht und würde die Menschen emotionalisieren. „Sie ist aber nicht auf messbare Fakten und Grundlagen aufgebaut, das sollte man bedenken“, so Koutny.

Ö3 habe laut Koutny auch im Rathaus nachgefragt, was es über St. Pölten zu berichten gäbe. „Der Sender hat aber ,nur‘ für die Geschichte der Kärntner Brillenschafe Interesse gezeigt. Es ist für jedermann offensichtlich, dass es nicht um eine objektive Darstellung geht.“ Ob St. Pölten nun erster oder letzter ist, sei damit nicht erheblich.

Ganz egal dürfte der Stadt die Abstimmung aber doch nicht gewesen sein. Am vorletzten Voting-Tag meldete sich immerhin Vizebürgermeister Franz Gunacker bei Ö3 zu Wort und sprach über die Vorzüge der Stadt, wie die Wien-Nähe oder das Frequency-Festival.