Partezettel kamen erst nach Beerdigung an. Tage nach dem Begräbnis kamen rund 50 Parten an. Post entschuldigt sich: „Es war unser Fehler. Das tut uns sehr leid.“

Von Jutta Streimelweger. Erstellt am 15. September 2014 (08:15)
Hier gab Martin Wagner die 50 Parten auf.
NOEN, Nadja Straubinger
„95 Prozent der Briefe, die im Inland versandt werden, erreichen am nächsten Arbeitstag ihr Ziel“, lautet der Werbespruch der Post auf ihrer Homepage — dem hatte auch Martin Wagner vertraut, als er 50 Partezettel nach dem Tod seines Vaters versendete.

Am Freitag, 29. August, warf Wagner die Parten in den Postkasten in der Ließfeldstraße: „Am Montag, 8. September, war die Beerdigung – allerdings kamen nicht viele Gäste“, so der St. Pöltner. Denn: Die Partezettel kamen erst elf Tage nach Versendung an – nach dem Begräbnis. „Ich habe sogar beim Postservice angerufen und mich erkundigt, ob die Parten pünktlich ankommen, als sie Tage später noch niemand in der Post hatte“, so Wagner, dem allerdings niemand helfen konnte.

„Gerade in solch einem Fall hätte das nicht passieren dürfen.“, Post-Pressesprecher Philipp Teper

Bei der Post zeigt man sich zerknirscht: „Das ist ein ganz bedauerlicher Fall und definitiv unser Fehler“, stellt Post-Pressesprecher Philipp Teper klar. „Wir möchten uns ehrlich bei Herrn Wagner entschuldigen.“ Woran es lag, konnte die Post nicht eruieren: „Wenn Briefe in den Postkasten geworfen werden, sind sie unbescheinigt und bei uns im System nicht nachvollziehbar.“

Der Postkasten in der Ließfeldstraße werde von einem vertrauenwürdigen Mitarbeiter betreut: „Er wurde am Freitag noch geleert, also ist der Fehler irgendwo von St. Pölten auf dem Weg zum Logistikzentrum oder auf dem Rückweg passiert“, bedauert Teper. „Gerade in solch einem Fall hätte das nicht passieren dürfen.“

Wagner erhebt aber nicht nur Vorwürfe gegen die Post, er sagt auch, dass die Parte, trotz sofortiger Zusendung, nicht von der Stadt ausgehängt wurde. Grund dafür soll der stadtfremde Bestatter sein: „Nach einem Telefonat wurde es lediglich online in den Bestattungskalender eingetragen“, so Wagner. Seitens der Stadt weißt man die Vorwürfe zurück: „Es werden auch die Parten von fremden Bestattern entsprechend den bestehenden Möglichkeiten ausgehängt.“