Patient diagnostiziert Hausärzte-Mangel. Dass ihn bisher keine Ordination neu aufnehmen wollte, bereitet St. Pöltner Sorgen. Ärztevertreter: „Alle Kassenstellen besetzt.“

Von Lisa Röhrer. Erstellt am 10. April 2019 (12:15)
APA (dpa)
Symbolbild

Schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem Hausarzt ist Robert Mayr – bisher ohne Erfolg. „Die von mir kontaktierten Ordinationen lehnen einen neuen Patienten ohne Wenn und Aber ab. Entweder wohne ich nicht im richtigen Grätzl oder es wird grundsätzlich niemand mehr aufgenommen“, fürchtet er einen Hausärzte-Mangel in St. Pölten. „Alle Kassenplanstellen sind besetzt. Die Anzahl der Ordinationen hat sich zwar nicht verändert, durch das Primärversorgungszentrum und Gruppenpraxen sind aber mehr Ärzte vorhanden“, ist Stadtärztevertreter Florian Fiedler überzeugt, dass die Versorgung für alle ausreichend ist.

„Wir nehmen alle Patienten auf und stehen auch an Randzeiten zur Verfügung“, bekräftigt PVZ-Arzt Rafael Pichler: „Damit könnten auch „unglückliche Ordinationszeiten“ abgefedert werden, versichert Pichler. Dass manche Allgemeinmediziner allerdings, wie der St. Pöltner berichtet, nur Patienten aus einem bestimmten Teil der Stadt betreuen, bestätigt Fiedler. Weil etwa die drei Ärzte der Gruppenpraxis in der Unter-Wagramer-Straße schon ausgelastet sind, nehmen sie aktuell nur Patienten aus Wagram, Ratzersdorf und Stattersdorf auf.

„Wir nehmen alle Patienten auf und stehen auch an Randzeiten zur Verfügung“

„Es ist nicht leicht, jemandem mitzuteilen, dass man ihn nicht hausärztlich betreuen kann. Es gibt aber ein Limit. Wenn das überschritten ist, ist eine vernünftige Zuwendungszeit nicht mehr möglich“, betont Franz Sumetsberger. Zur hausärztlichen Betreuung zählt für den Mediziner auch Visiten-Tätigkeit. „Die ist nicht mehr möglich, wenn ich dafür ans andere Ende der Stadt fahren muss.“

Dass bei einzelnen Ärzten die Kapazitäten erschöpft sind, versteht Mayr. „Aber vielleicht kann man zumindest ausweisen, welche Ärzte Patienten aufnehmen und welche nicht, damit man nicht von Arzt zu Arzt geschickt wird“, regt er an.