Pendler steigen nicht um. Gemeinderat Hippmann schlägt vor, Park & Ride-Anlagen an den Stadt-Zufahrten zu errichten. Stadt bremst: „Scheitert an Bereitschaft, in Stadt auf Öffis zu wechseln.“

Von Mario Kern. Erstellt am 14. August 2018 (05:27)
LUP Bus
Josef Vorlaufer

Wie man die täglichen Staus in der Früh und am Nachmittag auf den Einfahrtsstraßen nach St. Pölten vermeiden kann, ist für Grün-Gemeinderat Markus Hippmann klar: „Weniger Autos sollten in die Stadt fahren.“ Er regt daher an, an den drei wichtigsten Einfahrten zur Landeshauptstadt Pendlern den einfachen Umstieg auf öffentlichen Verkehr zu ermöglichen.

Auf dem Kopal-Areal sollte für die Pendler aus dem Traisen- und Pielachtal sowie jene von der A 1 eine Park & Ride-Anlage geschaffen werden, auf dem Acker zwischen der Purkersdorfer Straße und der Raststation St. Pölten-Ost für den Autobahnverkehr aus Wien und im Betriebsgebiet in Ratzersdorf neben der Abfahrt Nord für den Verkehr von der S 33 aus Krems und Tulln. Ein Shuttle solle zu den Stoßzeiten alle zehn bis 15 Minuten zum Bahnhof fahren und die Park & Ride-Anlagen in das Lup-Netz aufgenommen oder von Buslinien aus dem Umland angefahren werden. Eine genaue Vertaktung müsse zuvor in einer Machbarkeitsstudie behandelt werden.

„Damit könnte man den Individualverkehr vermindern, die Zufahrtsstraßen und die Park & Ride-Anlagen beim Bahnhof entlasten und in der Folge für mehr freien Parkraum in der Innenstadt sorgen“, so Hippmann.

„Idee gab es schon in den 90er-Jahren“

Der Vorschlag von Park & Ride-Anlagen am Stadtrand ist für die Stadt nichts Neues: „Diese Idee wurde bereits im vorigen Generalverkehrskonzept Anfang der 90er-Jahre als Ziel definiert“, erklärt Stadtplaner Jens de Buck. Die beiden damals umgesetzten Anlagen bei der Bahnhaltestelle Porschestraße und beim Traisenpark hätten aber nicht zu einer Reduzierung des Individualverkehrs in Richtung Innenstadt geführt. Ein Grund dafür sei die fehlende Bereitschaft von Pendlern, am Stadtrand für die letzten Minuten auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. „Solche Anlagen am Stadtrand sind

auch nach den Erfahrungen vergleichbarer Städte nur eingeschränkt wirksam“, so de Buck. Ein Konzept wie das von Hippmann vorgeschlagene sei nur wirksam, wenn die Parkplätze in der City reduziert oder verteuert werden würden und es gleichzeitig ein äußerst dichtes Öffi-Angebot gebe, erläutert de Buck. Für Park & Ride-Anlagen seien meist nur unzureichend Flächen vorhanden.