Radlobby will „Route für Räder statt Garage für Autos“. Radlobby fordert höheres städtisches Budget für den Radverkehr und mehr aktive Förderung der Radkultur in St. Pölten.

Von Beate Steiner. Erstellt am 10. Januar 2020 (06:08)
Die Radlobby St. Pölten eröffnete die Radsaison beim Neujahrs-Stammtisch im Löwenhof mit Georg Mitterlehner, Dieter Schmidradler, Maria Zögernitz und Walter Heimerl-Lesnik.
Werner Hrabak

Die Radlobby hat mit dem neuen Jahr die Radsaison eingeklingelt. Denn „das Fahrrad als bestes Orts-Verkehrsmittel hat immer Saison“, ist Maria Zögernitz überzeugt.

„Wir wissen, dass auch in der Landeshauptstadt der Trend zum Radeln ungebrochen ist. Das beweisen die vielen Radlerinnen und Radler, die auch im Winter bei niedrigen Temperaturen auf den Straßen und Radwegen der Stadt unterwegs sind“, so die Leiterin der Radlobbyisten in der Landeshauptstadt. Rund 1.800 Radfahrer werden an den drei Messstellen in der Stadt durchschnittlich pro Tag gezählt – das ganze Jahr über. „Die meisten von ihnen sind Alltagsradler, und immer mehr davon sind Ganzjahresradler“, erklärte Zögernitz beim Neujahrs-Stammtisch der St. Pöltner Radlobby. Dort wurden auch die Wünsche der Radfahrer an die Stadt für das Jahr 2020 definiert.

„Das Fahrrad als bestes Ortsverkehrsmittel hat immer Saison.“ Maria Zögernitz, St. Pöltner Radlobby

Da steht an erster Stelle, dass die Stadt St. Pölten die Radkultur aktiv fördert und dass sich diese Aktivität auch im Budget abbildet. „Das Radverkehrsbudget pro Einwohnerin und Einwohner sollte auf 30 Euro pro Jahr angehoben werden“, fordern die Radler. Zum Vergleich: Tulln gibt 23 Euro aus. Derzeit investiert die Stadt St. Pölten pro Kopf und Jahr knapp über
4 Euro für Rad-Infrastruktur. Dafür Geld lukrieren könnte die Stadt, wenn das Budget für die geplante Tiefgarage für den Ausbau des Radwegenetzes umgewidmet werden würde, meinen die Mitglieder der Radlobby.

Das Geld sollte etwa in strategische Hauptradrouten investiert werden. Weiters könnten Radschnellwege und eine zweite attraktive Nord-Süd-Verbindung für den Radverkehr im Osten das derzeit bestehende Radflickwerk ersetzen. Ihre Forderungen verstärken die Radler mit einem aktuellen Argument: „Radverkehr ist effektiver Klimaschutz.“