Rodungsarbeiten: Harvester rollt im Stadtwald. Holzerntemaschine fällt Eschen im Nord-Teil. Sparkasse bittet, Sperrgebiete zu beachten.

Von Mario Kern. Erstellt am 13. September 2017 (04:09)
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Ab dem 18. September wird die mechanische Holzerntemaschine „Harvester“ im Stadtwald auffahren. Rund neun Prozent des Baumbestandes müssen wegen eines Pilzbefalls geschlägert werden.
Mario Kern

Jetzt ist es soweit: Nach den jüngsten Schlägerungen im städtischen Teil des Stadtwaldes muss nun auch die Sparkasse vom Falschen Weißen Stängelbecherchen befallene Bäume im nördlichen Teil des Waldes entfernen (die NÖN berichtete). Rund acht Prozent des Gesamtbestandes auf dem 100.000 Quadratmeter großen Areal sind nun vom Pilz betroffen, der die Leitungsbahnen eines Baumes befällt und ihn von oben her absterben lässt. Mehrere hundert Eschen werden ab Montag, 18. September, in eigens ausgewiesenen Sperrzonen herausgeschnitten.

„Wir haben es uns mit dieser Entscheidung nicht leicht gemacht“, versichert Walter Wögerer von der Sparkasse, der Eigentümerin der Nordfläche des „Kaiserwaldes“. „Die Rodungsarbeiten müssen aber sein.“ Auch nach außen hin gesund wirkende Bäume müssen gefällt werden. „Selbst wenn man es beim Vorbeigehen nicht wirklich erkennt, sind die Wurzeln der markierten Bäume abgestorben. Die Folge ist, dass die Bäume jederzeit umfallen können“, erläutert Wögerer. „Und genau deswegen müssen wir nun zur Sicherheit aller Besucher des Stadtwaldes diese Bäume herausschneiden und entsorgen.“

„Wir haben es uns mit dieser Entscheidung nicht leicht gemacht. Die Rodungsarbeiten müssen aber leider sein.“Walter Wögerer, Sparkasse

Im Zuge der Arbeiten wird auch ein 30 Meter langer Streifen nahe der Kleingartensiedlung im Nordosten des Stadtwaldes gerodet. Dieser Kahlschnitt wird vorgenommen, weil es hier einen überalterten Baumbestand gibt, erklärt Walter Wögerer. „Wir müssen diese teilweise sehr alten Fichten umschneiden, weil sie sonst eine Gefahr für die Kleingartensiedlung sind.“ Die freien Stellen würden wieder selektiv aufgeforstet. „Wir möchten da einen schönen Mischwald zusammenbekommen.“

Wenn ab dem 18. September

die Holzvollerntemaschine auffährt, ersucht Wögerer um äußerste Vorsicht: Die Teilflächen, welchen die Eschen entnommen werden müssen, seien ordnungsgemäß als Sperrzonen ausgewiesen. „An diese Hinweise muss man sich aber bitte unbedingt halten. Wer da hineingeht, gefährdet nicht nur die Rodungsarbeiten, sondern auch sein eigenes Leben.“

Im Zuge der Rodungsarbeiten wird voraussichtlich auch die Vacanopromenade, die durch den Wald verläuft und den südlichen Stadt-Teil vom nördlichen Sparkassen-Anteil trennt, gesperrt. Das sei eine Vorsichtsmaßnahme wegen der Wurflänge der Eschen. „Wir versuchen natürlich, sie in die andere Richtung zu bewegen. Aber der Sicherheit muss Genüge getan werden.“ Eine Woche lang soll der Schnitt selbst dauern, dann werden die umgeschnittenen Bäume innerhalb von rund zwei bis drei Wochen abtransportiert. „Das Holz wird an Betriebe in den Bereichen Plattenbau, Zellulose-Industrie und Pellets-Erzeugung geliefert“, erläutert Walter Wögerer.

Stadt ließ Eschen bereits 2014 fällen

Auch Stadtgärtner Robert Wotapek weiß um die Gefahr durch den Pilz: „Die Erkrankung der Bäume ist leider nicht zu verhindern, es gibt auch keine Behandlungsform gegen diesen Schädiger.“

Vor fast drei Jahren ließen der Magistrat und die Sparkasse erste Eschen im Wald fällen. Der Hauptteil betraf aber die Stadt-Seite, weil der Sparkassen-Teil 2014 noch nicht so stark betroffen war. Damals hatte sich der Befall durch das Falsche Weiße Stängelbecherchen erstmals im „Kaiserwald“ gezeigt. „Wir haben das Eschentriebsterben erkannt und im selben Jahr begonnen, die Arbeiten waldschonend durchzuführen“, erklärt Robert Wotapek.

Auch seitdem – etwa im vergangenen Winter – wurden sukzessive befallene Bäume, die eine Gefahr für Passanten darstellen, aus dem Waldgebiet entfernt. „Wir haben diese Arbeiten durchgeführt, ohne den Wald zu sehr auszulichten.“