Sammler-Messe: 100 Jahre Liebe zur Briefmarke

Der Verband österreichischer Philatelistenvereine organisierte im VAZ St. Pölten die größte Briefsammler-Messe Mitteleuropas. Verbandspräsident Helmut Kogler gibt Einblicke in ein vom Ausserben bedrohtes Hobby.

Lukas Kalteis Erstellt am 28. September 2021 | 10:44

Die 100-Jahr Feier des Verbandes österreichischer Philatelistenvereine im VAZ ließ Briefmarkensammlerherzen höherschlagen. Der ehemalige St. Pöltner Gymnasiallehrer und Verbandspräsident Helmut Kogler holte die Veranstaltung in die Traisenstadt und organisierte gemeinsam mit der Post AG sowie verschiedensten Vereinen und Ausstellern aus sieben Ländern die größte Markenausstellung Mitteleuropas.

Um diesen Anspruch gerecht zu werden, fuhr der Verband wirklich alles auf. Ein Austro-Daimler, der genauso alt ist wie der VÖPh, brachte die Sonderpost vom Wiener Verbandshaus nach St. Pölten. Die Post präsentierte neue Markenentwürfe und der Verband eine Jubiläumsmarke zum 100. Jahrestag. Außerdem gab es in Vitrinen eine Ausstellung zur Postgeschichte und einen Einblick in alte Entwürfe, die sonst nur hinter Schloss und Riegel im österreichischen Postarchiv liegen.

Bei den Ausstellern gab es verschiedenste Marken zum Herzeigen, Kaufen und Tauschen, damit die Philatelisten ihrem liebsten Hobby nachgehen konnten, dem Jagen und Sammeln von kostbaren Schätzen für ihre Alben.

Auf der Spur der Postgeschichte

„Das Schöne am Briefmarkensammeln ist, dass man nie fertig wird. Sammler sind meist sehr interessiert und häufen über die Jahre enorm viel Wissen über die Marken, deren Kontexte und die Postgeschichte an. Das spannende ist nämlich nicht nur die Marke, sondern auch die Briefe und die Poststempel, die bei genauer Recherche einiges verraten“, erklärt Kogler seine Leidenschaft.

Die englische Queen besitzt eine der größten und mit geschätzten 75 Millionen Dollar auch eine der teuersten Briefmarkensammlungen weltweit, doch so schlimm ist es bei Helmut Kogler noch nicht. „Ich kann es nicht genau sagen, aber ich schätze, dass ich eine fast fünfstellige Zahl an Marken in circa 500 Alben besitze“, erklärt Kogler stolz.

Ein vom Aussterben bedrohtes Hobby

Sondermarken verkaufen sich laut Post immer noch gut, doch die Philatelistenvereine haben enorme Nachwuchsprobleme. „Die Sammler sterben langsam weg und von der Jugend kommen nur wenige nach. Mittlerweile gibt es aber sogar Krypto-Marken, die mittels QR-Code gelesen und gesammelt werden können. Vielleicht kann man durch solche technischen Neuerungen wieder Jugendliche für die Philatelie begeistern“, erklärt der Verbandspräsident Helmut Kogler.