„Schöne Bescherung“: Krach und Krise an den Feiertagen. Expertinnen von Caritas St. Pölten und Telefonseelsorge wissen von weihnachtlichen Herausforderungen und geben Tipps.

Von Caroline Böhm. Erstellt am 12. Dezember 2020 (04:32)
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Hohe Ansprüche, Überforderung und finanzielle Notlagen – an Weihnachten kommt laut Sabine Scharbert, Leiterin der Familienberatung und Psychotherapie bei der Caritas, alles zusammen. „Da kann es sein, dass Familienkonflikte eskalieren.“ Normalerweise rät die Psychotherapeutin dazu, aus solchen Situationen herauszugehen. Diese Möglichkeit erschwere Corona jedoch. Für die Feiertage ist es ihrer Meinung nach das Wichtigste, Erwartungen an sich und andere zu reduzieren.

„Weihnachten ist bei uns kein Hotspot“, erklärt Anna Entenfellner, Leiterin der sozialpsychiatrischen Arbeit der Caritas. Ihre langjährigen Klienten seien Profis in eigener Sache und hätten gelernt, mit ihrer Erkrankung umzugehen. Andere möchte sie motivieren, sich in dunklen Stunden Hilfe zu suchen: „Viel ist damit getan, wenn man jemanden zum Reden hat.“

Bei der Telefonseelsorge Niederösterreich nehmen die Anrufe zwischen Heiligabend und Silvester massiv zu. Hauptthema sei Einsamkeit, berichtet Leiterin Petra Schadenhofer. Außerdem nehmen viele in dieser Zeit psychische Belastungen, negative Erlebnisse, fehlende Mobilität sowie finanzielle oder gesundheitliche Einschränkungen stärker wahr. Sie ermuntert daher zur Selbstfürsorge, regelkonformen Pflege sozialer Kontakte und Zuversicht. „Jede Krise geht vorbei“, ist sie überzeugt.