Schutzzone kommt spätestens 2021. Stadt arbeitet in nächsten drei Jahren an einem Konzept zur Gebäude-Erhaltung. Bis dahin gilt eine Bausperre.

Von Mario Kern. Erstellt am 26. April 2018 (05:42)
NOEN, Kern
Für die Katastralgemeinde St. Pölten gilt eine Bausperre, bis das Schutzzonenkonzept in Kraft ist. Das Projekt in der Linzer Straße ist von der Sperre nicht betroffen.

Spätestens in drei Jahren soll die Schutzzone in Kraft sein. Sie soll dann verhindern, dass nicht denkmalgeschützte aber trotzdem schützenswerte Gebäude in der Katastralgemeinde St. Pölten abgerissen werden (die NÖN berichtete). Derzeit läuft die Ausschreibung für einen Planer, der am Schutzzonenkonzept mitarbeiten soll. Dessen Inhalte werden in die Bebauungspläne übernommen und dienen künftig als Grundlage für alle Bauverfahren.

Die maximal dreijährige Dauer ergibt sich aus dem NÖ Raumordnungsgesetz, nach dem Gemeinden eine zweijährige Bausperre verhängen und um ein weiteres Jahr verlängern können. „Eine solche Bausperre ist kein grundlegender Baustopp“, erklärt Stadtplaner Jens de Buck. „Sie soll nur verhindern, dass während der Konzeptfindung für die Schutzzone Maßnahmen getroffen werden, die einer solchen Zone zuwiderlaufen würden.“

300 Gebäude sind denkmalgeschützt

Deshalb landete die einstimmig beschlossene Bausperre als Dringlichkeitsantrag in der Gemeinderatssitzung – sie gilt ab sofort. Bereits anhängige Bauverfahren wie das umstrittene Projekt in der Linzer Straße 3-5 (Altes Pressehaus) sind davon allerdings ausgenommen.

Am Schutzzonenkonzept werden die zuständigen Fachabteilungen der Stadt zusammen mit dem externen Planer arbeiten. Mit eingebunden werden auch das Bundesdenkmalamt und Fachstellen des Landes. „Für die Objektbegutachtung und qualitative Einschätzung werden ergänzend externe Architekten einbezogen“, informiert de Buck.

Grundlage für das Konzept ist die „Österreichische Kunsttopographie St. Pölten“ mit insgesamt 1.500 angeführten Gebäuden (nur 300 davon sind denkmalgeschützt). „In Betracht können aber natürlich auch andere Objekte kommen. Dafür wird noch ein fachspezifisches Expertengremium gebildet.“