Sieben Hunde von Polizei beschlagnahmt. Gerettete Welpen werden derzeit im St. Pöltner Tierheim aufgepäppelt.

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 30. April 2021 (15:45)
Tierschutzverein St. Pölten

Ein Kleinbus auf einem Autobahnparkplatz der A 1 im Bezirk Melk zog die Aufmerksamkeit eines anderen Verkehrsteilnehmers auf sich. Dessen Fahrer und seine Beifahrerin luden dort Hundewelpen aus. Das machte ihn stutzig und er rief die Polizei. Das verdächtige Paar setzte einstweilen seine Tour samt den Tieren fort.

Die Exekutive konnte aber das Fahrzeug anhalten. Im Auto befanden sich in kleinen Transportboxen drei Beagle und vier Labrador. Die Tiere waren nicht gechipt, die Transporteure hatten zwar Impfpässe, aber keine gültigen europäischen Tierreisepässe dabei. Der Verdacht des illegalen Welpenhandels lag nahe. Die Polizei beschlagnahmte die Hunde vorläufig; die Amtstierärztin verständigte sofort den Tierschutzverein St. Pölten, der die Welpen abholte.

Tierheimleiter Davor Stojanovic zeigt sich erschüttert über Zustand der Tiere: „Sie waren völlig ausgetrocknet und unterzuckert.“ Die erst fünf bis sechs Wochen alten Welpen, darunter ein Rüde und sieben Hündinnen, wurden ohne Muttertier transportiert und somit viel zu früh von dieser getrennt. „Einige hatten auch Durchfall, sie sind aber mittlerweile über den Berg“, ist er erleichtert. Und: „Wir freuen uns, dass es uns wieder gelungen ist, so die  Hundemafia zu unterbinden.“

Dies sei aber nicht einfach. Grundvoraussetzung, um diesen Personen das Handwerk zu legen, sei es, dass Leute nicht einfach Tiere unseriös übers Internet bestellen oder aus Autos herauskaufen. Die Hundemütter aus solchen Vermehrerstationen würden meist unter furchtbarsten Bedingungen gehalten und nur als Gebärmütter missbraucht. Stojanovic: „Wer Tiere so kauft, fördert nur dieses Geschäft auf dem Rücken der Vierbeiner.“ Er appelliert, sich Tiere aus Tierheimen, von seriösen Tierschutzorganisation oder eingetragenen heimischen Züchtern zu holen.

Der Lenker und seine Begleiterin waren mit deutschem Kennzeichen unterwegs. „Es laufen noch weitere Ermittlungen, dann wird erst entschieden, ob eine endgültige Beschlagnahmung erfolgt“, sagt eine Sprecherin der Landespolizeidirektion. Davor Stojanovic ist aber zuversichtlich, dass die Tiere nicht mehr zu ihren Besitzern zurückgehen. Eine Vergabe ist aber  derzeit noch nicht möglich.