St. Pölten

Erstellt am 08. Januar 2019, 04:33

von Thomas Werth

„Sieg Heil“ direkt vor der Polizei. Betrunkener rief Nazi-Parole neben Exekutive. Hakenkreuz an Brücke.

Ein Hakenkreuz schmierten Unbekannte auf einen Brückenpfeiler der Westautobahn.  |  privat

Mitten in der Innenstadt brüllte ein 27-Jähriger in der Silvesternacht lautstark „Sieg Heil“. Was der vermutlich schon stärker Alkoholisierte beim Feiern mit drei Freunden in der Wiener Straße nicht bemerkte: In unmittelbarer Hörweite standen Polizisten. Der Mann wurde angezeigt.

Und es war nicht der einzige Fall mit rechtsradikalem Gedankengut in der vergangenen Woche in St. Pölten. Auf einen Brückenpfeiler an der Schiffmannstraße wurde mit weißer Farbe ein Hakenkreuz gesprayt, in unmittelbarer Nähe sprangen aufgemalte SS-Runen ins Auge. Die Polizei leitete Untersuchungen ein und informierte die Asfinag, die die Zeichen entfernen lässt.

„Es sind Blödsinns-Aktionen, die aber als solche nicht durchgehen können. Diese Delikte sind keine Bagatelle und werden rigoros verfolgt“

Bereits im November des Vorjahres hatten Unbekannte an der Traisen nahe der Willi-Gruber-Straße Sprüche wie „Wer A sagt muss auch Dolf sagen“ oder „I love Dolf“ auf Bäumen hinterlassen. Eine aufkeimende Neo-Nazi-Szene in der Landeshauptstadt sieht die Polizei aber generell nicht.

 |  NOEN

„Es sind Blödsinns-Aktionen, die aber als solche nicht durchgehen können. Diese Delikte sind keine Bagatelle und werden rigoros verfolgt“, kündigt die Stadtpolizei an. Das gelte dann auch für die mit PKK beschmierte Fassade eines Hauses einer türkischen Familie in Pottenbrunn am Altjahrstag.

Auf mehreren Bäumen entlang der Traisen wurden rechte Schriftzüge entdeckt.  |  NOEN

Kreativ gegen solche Botschaften gehen die St. Pöltner Gutmenschen vor, die nun auch in St. Pölten eine Donnerstagsdemo für mehr Menschlichkeit initiierten. Neben Meldungen an die Polizei bringen sie eigene Botschaften an. „Viel zu oft geht man achtlos daran vorbei. Wir wollen andere dazu motivieren, diese Auswüchse nicht mehr schweigend hinzunehmen“, schildert Sprecher Harald Giefing.

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