Hiebe für die Liebe: 46-Jähriger verurteilt. Der Partnerin fügte 46-Jähriger Hämatome zu und meinte vor Gericht: „Ich schlage sie nicht, ich schiebe sie nur zur Seite!“

Von Gila Wohlmann. Erstellt am 16. Januar 2020 (05:05)
Symbolbild
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Faustschläge gegen Kopf und Körper und das über einen längeren Zeitraum: Die Vorwürfe gegen einen 46-Jährigen aus Spratzern wogen schwer.

Er musste sich am Mittwoch am St. Pöltner Landesgericht wegen seiner Gewalteskapaden verantworten. Der Justiz ist er nicht unbekannt, hatte er doch schon Vorstrafen. Vor Gericht gab er sich aber nicht sehr einsichtig und das, obwohl die Verletzungen, für die er verantwortlich sein soll, dokumentiert waren. Die Partnerin war bei der Verhandlung als Opfer nicht zugegen, erschütternd hingegen klingen die Aussagen des achtjährigen gemeinsamen Sohnes im Zuge der kontradiktorischen Einvernahme, die mittels Video bei der Verhandlung vorgespielt wurde.

„Mein Vater war schlimm. Er hat mich zwei Mal auf die rechte Wange geschlagen und mit dem Fuß gegen mein Kinn getreten“, schildert das Kind. Danach sei er in sein Zimmer gegangen. „Meine Nase hat dann zu bluten begonnen“, erinnert sich der Achtjährige.

„Ich schlage sie nicht, ich schiebe sie nur zur Seite“

Den Aussagen seines Sohnes schenkte der Mann nur wenig Gehör und meinte: „Seine Mutter beeinflusst ihn.“ Bereits vor der Polizei hätte er gesagt, dass er seinen Sohn nicht geschlagen hätte.

Bezüglich dreier Vorfälle, wo die Partnerin Hämatome erlitten hat, zeigte er sich indes teilgeständig, betonte aber, dass seine Partnerin „eine schwierige Person sei.“ „Sie greift auch mich an“, erklärte er und verwies auf ihren angeschlagenen Gesundheitszustand mit epileptischen Anfällen. Er betonte außerdem: „Ich schlage sie nicht, ich schiebe sie nur zur Seite.“

Das Gericht sah das anders. Der Spratzener fasste wegen Körperverletzung neun Monate aus, davon sechs Monate bedingt auf eine Probezeit von drei Jahren. Drei Monate sind unbedingt abzubüßen. Da der Mann einer Arbeit nachgeht, kann er einen elektronischen Hausarrest beantragen. Für den Sohn soll ein psychologisches Gutachten eingeholt werden.