Stadtsäle fallen als Ball-Location flach. Maximal 600 Besucher sind erlaubt. Aber: Zweifel daran, dass vereinbartes Veranstaltungs-Kontingent ausgeschöpft wird.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 16. Oktober 2014 (15:02)
NOEN, Daniel Lohninger
Die Stadtsäle im Cityhotel rücken ins Zentrum der Diskussion um mögliche Ball-Locations. Tatsächlich sind aber nicht mehr als 600 Besucher zugelassen - für Maturabälle also zu wenig.
Warum gibt‘s in den Stadtsälen keine Schulbälle mehr? Diese Frage stellten sich viele junge St. Pöltner angesichts der durch einen NÖN-Bericht losgetretenen Debatte um die nach Ober-Grafendorf abwandernden Maturabälle.

Die Antwort ist einfach, wie Hoteldirektor Walter Jahn gegenüber der NÖN festhält: „Es dürfen gar keine 800 oder 1.000 Besucher in die Stadtsäle. Das sind die Auflagen, die die Stadt selber erlassen hat.“ Die meisten Maturabälle sind aber größer – die Stadtsäle fallen als potenzielle Ball-Location damit flach.

Stadt hat das Recht auf Nutzung der Stadtsäle

Fest steht aber, dass das Cityhotel im Gegenzug für die Investitionen der Stadt – den Grund gab’s gratis und zwei Millionen Euro an Zuschuss – die Stadtsäle für Veranstaltungen zur Verfügung stellen muss.

In der Nutzungsvereinbarung ist geregelt, dass es 100 öffentliche Veranstaltungen pro Jahr insgesamt im Hotel und 14 gemeinnützige in den Stadtsälen sein dürfen. Zweifel daran, dass diese Zahlen nicht erreicht werden, wischt Jahn vom Tisch: „Wir stellen den Saal der Stadt beispielsweise für die Festwochen-Konzerte kostenlos zur Verfügung.“

„Es dürfen gar keine 800 oder 1.000 Besucher
in die Stadtsäle. Das sind die Auflagen, die
die Stadt selber erlassen hat.“
Walter Jahn, Hoteldirektor

Auch Kongresse – wie jener der österreichischen Standesbeamten diese Woche – seien öffentliche Veranstaltungen, die zudem imagemäßig weit über die Stadt ausstrahlen. Klar sei aber auch, dass die Stadtsäle nur vermietet werden, „wenn es wirtschaftlich vertretbar“ sei.

Bei der Stadt verweist man darauf, dass die Anzahl der vereinbarten Veranstaltungen „beinahe zur Gänze erfüllt“ werde. Aktuell habe Bürgermeister Matthias Stadler gegenüber dem Hoteleigentümer jedenfalls zum Ausdruck gebracht, dass „seitens der Stadt eine wohlwollende Beantwortung von Anfragen aus der Bevölkerung sehr zu begrüßen wäre“.

Die Vereinbarung:

Die Nutzungsvereinbarung zwischen Stadt und Cityhotel:

  • Der Betreiber muss jährlich 100 öffentlich zugängliche Veranstaltungen in einem der folgenden Bereiche zulassen: kultureller, wissenschaftlicher Vortrag, Präsentation oder vergleichbare Bildungsveranstaltung; Konzert oder sonstige Aufführung; Diskussion oder sonstige Veranstaltung aus dem Bereich Zivilgesellschaft.

  • Zusätzlich wird der Betreiber jährlich zumindest 14 öffentlich zugängliche Veranstaltungen im „großen Saal“ der Stadtsäle zulassen, ohne für die Nutzung des Saales ein Entgelt zu verlangen.

Die NÖN hatte laufend über die Debatte berichtet: