Verein verlangt Hilfe bei Lernschwächen. Wirksame aber kostenintensive Therapie bei Rechen- und Schreibschwäche sollte gefördert werden.

Von Beate Steiner. Erstellt am 23. Juni 2019 (16:13)
Beate Steiner
Der Vorstand des Vereins Scribmeticum fordert Unterstützung für Kinder mit Lernschwächen: Gerlinde Kirchweger, Josef Wildburger, Josef Baumgartner, Obfrau Ulli Mesner, Ferdinand Krug, Adolf Lehner, Gabriele Hintermeier, Martin Samsinger und Norbert Strommer.

Carina freut sich auf ihr Zeugnis – dieses Schuljahr hat die 13-jährige Mittelschülerin locker geschafft. Das war nicht selbstverständlich, denn Carina tut sich schwer in Mathematik, sie leidet an Dyskalkulie.

Kinder mit dieser Rechenschwäche können sich Zahlenräume und Größen schwer vorstellen, verwechseln mathematische Operationen, verdrehen Zahlen. Dank einer speziellen Lerntherapie hat Carina mehr Verständnis fürs Rechnen bekommen, fürchtet sich nicht mehr vor den Mathe-Stunden. „Ohne die systematische integrative Lerntherapie hätten wir das nicht geschafft“, ist Carinas Mutter Bettina A. überzeugt.

Die alleinerziehende Mutter zweier Kinder ist auch froh über die finanzielle Hilfe des Vereins Scribmeticum, der die Therapie von Kindern mit Lernschwächen wie Dyskalkulie und Legasthenie fördert. Und der von Politik und Behörden fordert, dass es adäquate Unterstützung für diese Therapie gibt – immerhin zehn Prozent der Schüler einer Schulstufe leiden an einer Lernschwäche.

„Grundsätzlich sollte einmal die systematische integrative Lerntherapie in Österreich fachliche Anerkennung erfahren und klar von Nachhilfe, Übungsklassen und Jugendpsychiatrie abgegrenzt werden, wie dies in Deutschland bereits der Fall ist“, erklärt Adolf Lehner von Scribmeticum.

Außerdem sollte der finanzielle Aufwand für eine notwendige Therapie von den 20 Prozent Mehrwertsteuer befreit werden, wie etwa die Erwachsenenbildung. „Drittens sollten sich die Schulbehörden emotionslos damit beschäftigen, was systematische Therapien durch ausgebildete Spezialisten leisten können“, wünscht sich der Scribmeticum-Vorstand.