Wartezeit verärgert Patienten im Universitätsklinikum. Beschwerden über Katheterlabor häufen sich. Klinik-Sprecher erklärt: „Anlage war acht Wochen gesperrt“.

Von Daniel Lohninger. Erstellt am 05. September 2017 (05:55)
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Die Kardiologie am Universitätsklinikum St. Pölten gilt als eine der besten in Österreich. Die Organisation könne mit der medizinischen Spitzenleistung nicht mithalten, bemängeln allerdings mehrere Patientinnen gegenüber der NÖN.

Beschwerden häufen sich

Vor allem in den vergangenen Wochen häufen sich die Beschwerden über lange Wartezeiten im Herzkatheterlabor. Mehrere Patientinnen berichten, dass sie um 8 Uhr ins Krankenhaus bestellt wurden – ihnen aber erst am Nachmittag ein Bett zugewiesen wurde. Eine Frau aus dem Bezirk Horn wartete trotz Termin einen ganzen Tag vergeblich und wurde unverrichteter Dinge wieder mit der Rettung nach Hause gebracht.

Eine Frau aus dem Bezirk Melk musste überhaupt drei Tage auf den Eingriff warten: Sie wurde für Freitag, 8 Uhr, in das Krankenhaus bestellt – ein Bett gab es erst am Nachmittag, eingesetzt wurde der Katheter erst am Montagvormittag. „Ich bin drei Tage in einem Spitalsbett gelegen und habe nichts getan außer gewartet“, ärgert sie sich. Unverständlich sei, dass manche Patienten für Routineeingriffe erst am Samstag gekommen seien – und vorgezogen worden seien.

Ausnahmesituation als Grund für Verzögerungen

Im Universitätsklinikum begründet man die Wartezeiten im Herzkatheterlabor mit einer Ausnahmesituation. „Das Labor war acht Wochen lang gesperrt, weil die Anlage nach zehnjährigem Betrieb erneuert werden musste“, erklärt Klinikum-Sprecher Thomas Wallner. Terminverschiebungen und längere Wartezeiten seien die Folge, zumal nicht vorhersehbar sei, wieviele Akutpatienten pro Tag zu behandeln seien.

„An manchen Tagen sind es zwei, an manchen Tagen neun“, erläutert Wallner. Dass manchmal auch später eintreffende Patienten mit Routineeingriffen vorgezogen werden, sei eine Folge medizinischer Erfordernisse der unterschiedlichen Operationen. „Patienten mit akutem Koronarsyndrom erhalten aber jederzeit und sofort den Eingriff und werden allen anderen vorgezogen“, versichert Wallner.