Erstellt am 29. Dezember 2016, 05:00

von Daniel Lohninger

Weihnachtsreste: 25 Prozent mehr Müll. Papier, Pappe und original verpackte Lebensmittel landen vor allem in Wohnanlagen oft in der Restmülltonne. Internet-Shopping verschärft die Lage.

Das Müll-Aufkommen stieg auch in diesem Jahr rund um die Festtage massiv. Bereits am 25. Dezember flogen die ersten Christbäume aus den Wohnungen. Sind sie kleiner als 1,5 Meter, dürfen sie zur Entsorgung neben die Restmülltonne gestellt werden.  |  NOEN, Maria Prchal

Jahr für Jahr ist das Bild dasselbe: Kaum sind die Weihnachtsfeiertage vorbei, türmen sich die Müll-Berge vor den Häusern. Gut 25 Prozent mehr Abfall entsorgt jeder Haushalt in der Stadt in diesen Tagen, rechnet der Magistrat vor.

Müllaufkommen steigt schon ab November

Verschärft wird diese Entwicklung in den vergangenen Jahren durch den Trend zum Internet-Shopping, der Unmengen an zusätzlichem Verpackungsmaterial in den Müll-Container befördert. „Bereits ab Mitte November steigt das Müllaufkommen dadurch deutlich“, weiß Rathaussprecher Martin Koutny.

Zugleich nimmt die Disziplin beim Mülltrennen deutlich ab. Recyclebare Verpackungsmaterialien landen im Restmüll- statt im Papier-Container, auch Berge von Lebensmitteln enden in der Tonne. „Viele davon sind noch original verpackt und unverdorben“, berichtet Koutny. Entsorgt werden sie meist als Restmüll.

Trenn-Disziplin lässt zu wünschen übrig

Besonders in Wohnhausanlagen lässt die Trenn-Disziplin zu wünschen übrig. Gut ein Drittel der Restmülltonne ist hier mit Papier, Pappe und Bio-Müll angefüllt. „Das führt dazu, dass die Behälter so überfüllt sind, dass sie kaum mehr rangiert und entleert werden können“, erzählt Koutny. Bei Einfamilienhäusern wiederum gebe es oft Probleme, weil die Bewohner über die Feiertage häufiger darauf vergessen, die Müllbehälter für die Entsorgung bereitzustellen. Seit 2015 gibt es ein einfaches Rezept gegen das Vergessen: ein kostenloses SMS-Service, das einen Tag vor der Abholung an den Termin erinnert.