Weniger Shop-Wechsel in der Innenstadt. War die Innenstadt vor zwei Jahren unter den Einkaufszonen noch Spitzenreiter bei Mieter-Wechsel, herrscht nun mehr Konstanz. Auffallend: Mehr Leerstände in A-Lagen.

Von Thomas Werth. Erstellt am 28. Februar 2018 (12:43)
 
NOEN, St. Pöltner Innenstadt.

Wie sich die St. Pöltner Innenstadt 2017 im Vergleich zu den weiteren 21 weiteren untersuchten Einkaufszonen Österreichs geschlagen hat, zeigt die Beratungsgesellschaft „Standort+Markt“ (S+M) mit ihrer Analyse.

NOEN

Darin lässt sich unter anderem erkennen, dass St. Pölten auf den rund 57.200 Quadratmetern City-Verkaufsfläche den höchsten Filialisierungsgrad aufweist. „Dies liegt in erster Linie am Einkaufszentrum Promenade. Ein Innenstadt-EKZ drückt diesen Wert natürlich nach oben. Auch Leiner spielt eine große Rolle, weil es ein Möbelhaus dieser Größe in so einer Lage sonst nur in der Mariahilfer Straße gibt“, erklärt S+M-Gesellschafter Roman Schwarzenecker.

Deutlich gesunken ist die Fluktuationsrate: Änderte sich 2015 in der NÖ-Landeshauptstadt im Vergleich zum Jahr davor noch fast bei jedem vierten Lokal der Mieter – mit 22,2 Prozent belegte sie Platz eins –, so liegt sie mit 12,3 Prozent dieses Mal genau im Bundes-Trend. „Der Rückgang ist nicht wirklich begründbar. Aber generell ist eine hohe Rate einer problematischen Innenstadt-Entwicklung zuzuordnen“, so Schwarzen ecker. Für Marketing-St. Pölten-Chef Matthias Weiländer lasse die verringerte Fluktuation die Auswirkungen der positiven Stadt-Entwicklungen auf die Innenstadt erkennen.

Bei Shopgröße nur hinter der „Mahü“

Mittlerweile auf Platz zwei geklettert ist die Innenstadt bei der Durchschnittsgröße der Shops. Mit 228 Quadratmetern liegt man nur hinter der „Mahü“. „Auch hier wegen Geschäften wie Leiner“, so Schwarzenecker. Weiländer ergänzt: „In den letzten Jahren wurde ja immer wieder um- und neugebaut. Damit sind Immobilieneigentümern auch der Nachfrage am Markt gefolgt. So hat das EKZ Promenade auf größere Flächen umgestellt oder es wurden mehrere Immobilien zusammengelegt, um die Drogerie Müller unterzubringen.“

Bei den Leerständen liegt St. Pölten mit 4,1 Prozent besser als der Bundes-Schnitt (5,4 Prozent). „In Städten wie St. Pölten kann sich aber ein größerer Leerstand massiv auf diesen Wert auswirken“, so Schwarzen ecker. Auffallender sei da schon, dass der Leerstand in A-Lagen mit 4,7 Prozent größer ist als in schlechteren Lagen. Zu Bedenken gibt Weiländer, dass die Großbaustelle in der Kremser Gasse Neuansiedlungen erschwere: „Im Moment warten alle ab.“ Die Brunngasse zeige aber, dass eine erneuerte Optik zur Vollvermietung führen kann.