Zwei Tote im Cityhotel: Mord aus Eifersucht. 36-Jährige erschoss zunächst einen Böheimkirchner und danach sich selbst. Sie dürfte erfahren haben, dass der 50-Jährige wieder Vater wird.

Von Gila Wohlmann und Thomas Werth. Erstellt am 29. Oktober 2019 (04:34)
Werth
Das betroffene Hotelzimmer im Cityhotel wird derzeit ausgeräumt und

Es dürfte ein großes Eifersuchtsdrama gewesen sein, das sich am Samstag kurz nach Mitternacht im Cityhotel D&C zugetragen hat. Eine 36-Jährige aus dem Bezirk Wiener Neustadt-Land erschoss zunächst einen 50-jährigen Böheimkirchner und dann sich selbst. Gäste aus dem Nachbarzimmer hörten die Schüsse und informierten den Nachtportier, der die Polizei alarmierte.

Einsatzdoku
Ein Großaufgebot an Einsatzkräften war in der Nacht auf Samstag im Cityhotel.

Die „Tat-relevanten Ermittlungen“ sind laut Staatsanwaltschaft-Sprecher Leopold Bien abgeschlossen. Der Tathergang ist geklärt und damit eine Dritttäterschaft ausgeschlossen. Nun werden noch die Hintergründe, die zu den Schüssen geführt haben, aufgearbeitet. Die 36-Jährige und der zweifache Vater sollen sich bereits seit Jahren gekannt haben. Allerdings soll der Mann ein weiteres Kind von einer anderen Frau erwartet haben – diese Information könnte die Täterin zur Tat bewegt haben. Offiziell bestätigt wird das seitens der Staatsanwaltschaft und der Polizei aber nicht. „Mit solchen Informationen gehen wir nicht an die Öffentlichkeit“, betont Bien. Bestätigt ist hingegen, dass die 36-Jährige die Waffe legal besessen hat. Es gab dafür eine gültige waffenrechtliche Urkunde“, heißt es aus der Landespolizeidirektion.

Hotelzimmer wird komplett erneuert

Im Cityhotel ist Tage danach wieder „Normalität“ eingekehrt, wie Hoteldirektor Walter Jahn betont. Von den Hotelgästen habe außer den Zimmernachbarn wohl niemand etwas von der schrecklichen Tat mitbekommen. „Viele waren zu diesem Zeitpunkt vermutlich noch am Beatpatrol-Festival“, vermutet Jahn. Vom Personal war mit Ausnahme des Nachtportiers niemand unmittelbar betroffen. „Es hat außer mir niemand von den Mitarbeitern das Zimmer gesehen. Der Anblick blieb ihnen erspart“, so Jahn.

Die Tatortermittler machten zu Beginn der Woche einer Spezialreinigungsfirma Platz. Die Einrichtung des betroffenen Zimmers wird komplett getauscht. „Alles kommt raus, von den Möbeln bis zu den Textilien. Es wird ein komplett neues Hotelzimmer“, erklärt der Hoteldirektor. Ob die Renovierung durch eine Versicherung gedeckt ist, konnte Jahn vorerst noch nicht sagen. „In 30 Jahren in dieser Branche hatte ich einen derartigen Fall zum Glück noch nie.“