St. Pöltner führt Belvedere. Wolfgang Bergmann wechselt von der Spitze der Tageszeitung „Standard“ in die Geschäftsführung des Kunstmuseums. Viel Wissen hat sich der Theologe selbst erarbeitet.

Von Nadja Straubinger. Erstellt am 26. Oktober 2016 (12:22)
NOEN, Matthias Cremer
Der gebürtige St. Pöltner Wolfgang Bergmann wechselt im Jänner von der Tageszeitung „Standard“ zum Belvedere.

Seit 16 Jahren ist der gebürtige St. Pöltner Wolfgang Bergmann Geschäftsführer beim „Standard“. Jetzt steht ein Wechsel an. Bergmann übernimmt Mitte Jänner die Geschäftsführung vom Belvedere. „Nach so langer Zeit ist das Frischluft für mich“, schmunzelt der studierte Theologe.

„Wirtschaft baut ebenso auf Glaube und Hoffnung auf“

Das Studium führte Bergmann zur Caritas, wo er die Leitung der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der Caritas innehatte. Danach war er für die Erzdiözese Wien tätig und Gründungsgeschäftsführer von Radio Stephansdom. Durch diese Mischung an Medienarbeit sei er dann zum Standard gekommen. Die Frage, wie er es von der Theologie zur Wirtschaft geschafft hat, kommentiert er so: „Wirtschaft baut ebenso auf Glaube und Hoffnung auf.“

Wissen wurde "on the job" angeeignet

Den Großteil seines Wissens hat sich Bergmann „on the job“ angeeignet, Seminare besucht und Fachliteratur durchgearbeitet. „Die Mechanismen, wie man aus einem gelegentlichen einen regelmäßigen Spender macht sind denen sehr ähnlich, wie man aus einem gelegentlichen Leser einen Abonnenten macht“, sagt Bergmann. Er kam 1999 als Verlagsleiter für Marketing und Vertrieb zum Standard, um ein Jahr später die Geschäftsführung zu übernehmen. Nun möchte er die Erfahrungen aus zwei Branchen in einer dritten einbringen. „Marktmechanismen muss man sich immer neu erarbeiten, aber sonst bin ich mit Personal und Finanzverantwortung, die ich auch beim Standard hatte, sehr gut aufgestellt“, so Bergmann.

Verwurzelt in St. Pölten

Der gebürtige St. Pöltner ist der Sohn des verstorbenen „Licht ins Dunkel“-Gründers Kurt Bergmann aus Viehofen, der Großvater führte hier noch eine Dampfbäckerei. „Ich habe viel Zeit bei meinem Großvater in St. Pölten und bei meinem anderen Opa in Herzogenburg verbracht“, berichtet Wolfgang Bergmann von seinen Jugend-Erinnerungen an St. Pölten.