Baumrodungen: Sorgen um Grün in Stadt. Bauprojekte und Krankheiten erzwingen Abholzung. Nachpflanzung erfolgt.

Von Martin Gruber-Dorninger. Erstellt am 27. November 2019 (04:21)
Im Sommer wurden die Bäume auf der Julius Raab-Promenade gefällt. Die Straßenumlegung für das Karmeliter-Hof-Bauprojekt machte dies notwendig. Die Bäume werden nach Abschluss des Bauprojektes wieder nachgepflanzt.
privat

In der Innenstadt wird derzeit sehr viel gebaut. Der Bautätigkeit fällt auch der eine oder andere Baum zum Opfer. Das ruft einige Anrainer auf den Plan, die sich um das spärliche Grün in der Innenstadt sorgen.

Zuletzt wurde ein Baum am Schießstattring entfernt, was bei einem Anrainer das Fass zum Überlaufen brachte. „In dieser Gegend wüten die Motorsägen besonders oft“, meint Franz Weinpolter per Leserbrief an die NÖN-Redaktion und meint damit den Bereich zwischen Schießstattring und Julius Raab-Promenade. Auch dort wurden wegen der Baustelle am Karmeliterhof einige Bäume gefällt. Er tritt für ein strengeres Baumschutzgesetz im städtischen Bereich ein. „St. Pölten hätte die Möglichkeit eine grüne Stadt zu werden“, fordert Weinpolter. Seiner Meinung nach sollte unverbauter Grund in Parks oder sonstige Grünflächen umgewidmet werden.

Am Schießstattring wurde auf privatem Grund ein Nadelbaum gefällt.
NOEN

Auf NÖN-Anfrage beschäftigte sich auch das Medienservice der Stadt mit dem Thema. „Es werden laufend, je nach Maßnahmenvergabe durch die „Arbeitsgruppe Baum“‚ Bäume gepflegt und manche auch entfernt. Diese Rodungen sind aber zur Herstellung der Verkehrssicherheit unbedingt nötig“, heißt es in der Beantwortung.

2019 wurden alleine bei 2.174 Bäumen nach Maßnahmenvorgabe Pflegemaßnahmen durchgeführt. 625 Bäume mussten heuer gerodet werden, der Großteil wegen des Eschentriebsterbens. Außerdem mussten etwa 400 Fichten, Schwarzkiefer und Waldkiefer entfernt werden. Borkenkäfer, Pilzkrankheiten und Triebsterben waren hier die Ursachen.

Die Baumrodungen in der Julius Raab-Promenade wurden laut Medienservice durch die Baufirma beim Karmeliterhof entfernt. Diese werden nach Abschluss der Baustelle wieder nachgepflanzt. Zur Entfernung des Nadelbaumes am Schießstattring kann der Magistrat keine Auskunft geben, da der Baum nicht auf öffentlichem Gut stand. Hier sollen Wohnungen durch eine gemeinnützige Wohn- und Siedlungsgesellschaft entstehen.